Ezechiel. 219
dem Israelitischen Pöbel, und ertheilte ihm inreifem Jahren die Würde und das Ansehen,womit Mose den Priesterstand geziert hatte.Seine Jugend brachte er in dem Lande seinerGeburt zu; hier sog er die NationalJdeen ein,die nur Palästina und das wirkliche Anschauenund der Genuß des palästinischen Himmels ge-ben konnte; hier familiarisirte er sich mit denGegenständen, mit denen sich sein Geist nochin den spätem Zeiten seines Lebens außerhalbseines Vaterlandes mit Liebe beschäftigte, unddie er in Bildern und Gesichten seinen Freun-den und Mitexulanten vorschweben ließ; anihnen sammelte er sich Stoff zu den Dichtun-gen, welche seine reiche Phantasie in den fol-genden Zeiten erschuf.
So wuchs er zum Priester heran; aber ersollte nicht an dem Altar des Tempels zu Jeru-salem dienen. Denn sein blühendes Alter fielin die traurige Zeiten, 'wo der hebräische Staktief gesunken war, und seinem Ende mit schnel-len Schritten näher gieng; wo sich die ohnehinunbeträchtliche innere Stärke durch weggeführteKolonien immer noch mehr schwächen lassenmußte, um bald ganz aufzuhören.
Sein männliches Alter fiel in die Regie-rung des Königs Iechonias, wo eine starkeKolonie von Hebräern in einige Provinzen desbabylonischen Reichs verpflanzt wurde; seinerxriesterlichen Abkunft nach gehörte er zu den
ersten