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Die gegenwärtige Lage der Cretinen, Blödsinnigen und Idioten in den christlichen Ländern : ein Noth- und Hülferuf für die Verlassensten unter den Elenden an die deutsche Nation
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Insel Niederwörth vierzig Blödsinnige im jugendlichen Alterermittelt, und in Niedermending, einem 300 Einwohner zäh-lenden Orte am Laacher See, zwei und zwanzig, also inzwei kleinen Orten des Regierungsbezirkes Coblenz 62, undfür den gcsammten Bezirk weist die Statistik nur 70 nach. —ES liegt also zu Tage, daß die jugendlichen Blödsinnigendie Zahl 500 um ein sehr Bedeutendes übersteigen; die Ge-sammtzahl muß im Verhältnis; nach tausenden zählen.

Noch ist zu bemerken, daß in den hohenzolleru'schenFürstenthümcrn der Kretinismus endemisch ist, daß aber ge-nauere Zahlenangaben nicht vorhanden sind. —

Rechnet man auf 1400 Einwohner durchschnittlich -eine»Blöden, — und man kann nach dem Mitgetheilten sich freuen,wenn eine genaue Zählung das Verhältniß nicht noch un-günstiger herausstellt, — so zählt der preußische Staat überzwölftausend Blöde, also mehr als Taubstumme, deren es1849 nur 11973, und als Blinde, deren es 9579 gab. Für seineBlinden und Taubstummen hat Preußen angefangcn, Sorgezu tragen. Aber was hat es für jene, in ihrem Gottes- wieSelbstbewußtsein gebundene Kinder gethan, deren Anzahl, wieElend noch größer ist, als jener?

In ganz Preußen bestehen nur zwei kleine Anstalten fürdieselben, die beide Privatuntcrnehmung sind.

I.) Heil- und Bildungs-Anstalt für Blödsinnige zu Berlin.

Als durch Guggenbühl das Auge und Herz der Christenauf ihre blödsinnigen Mitbürger hingcrichtet wurde; schien eseinen Augenblick, als wenn in Preußen die Liebe für dieselbenhell aufflammen, im eignen Lande viel Elend lindern, und infremden Ländern als Vorbild leuchten würde. Denn in Preußenentstand nach dem Abendbergc, und" unabhängig von diesem,die erste Heil- und Bildungs-Anstalt für Blödsinnige. DerMann, der sie gegründet hat, ist Sägert, Direktor der Königl.Taubstummen-Anstalt zu Berlin. Diesem wurde 1842 einanscheinend taubstummer Knabe vorgeführt, den er als bildungs-fähig in seilte Anstalt ausnahm. Es stellte sich später heraus,daß der Knabe blödsinnig sei. Sägerl hielt es für Ehren-