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Die gegenwärtige Lage der Cretinen, Blödsinnigen und Idioten in den christlichen Ländern : ein Noth- und Hülferuf für die Verlassensten unter den Elenden an die deutsche Nation
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VII. Königreich Sachsen.

Zn Sachsen gab es im I. 1847 nach amtlichen Berichtennicht weniger, als 454 Cretincn, die von den verschiedenenKrciSdirektionen angezeigt wurden, die Vielen abgerechnet, welcheauf diesem Wege nicht ermittelt sind. Im Zwickauer Bezirkelebten 248, im Dresdener 91, im Leipziger 90, im Bautzener25. Sie finden sich nicht allein in den Bergthälern; sondernauch auf dem Lande, und wie in andern großen Städten, auchin Dresden. Schon Jphofen hat im Anfang des Jahr-hunderts darauf aufmerksam gemacht, und in unfern Tagenhat Prof. vr. Richter mehrere Fälle von ausgebildctem Kre-tinismus in Dresden gefunden.

Mit diesem, aus mancherlei Ursachen, wie Trunk undFabrikarbeit, immer mehr um sich greifenden, endemischenKretinismus hängt ohne Zweifel auch die von Jahr zu Jahrsteigende körperliche Verkümmerung der männlichen Jugend inmehreren Gegenden zusammen, von welcher die jüngste Zeitwieder einen betrübenden Beweis gegeben hat. In der letztenMilitärauöhebung wurden im Distrikt Zwickau, der nachobiger Angabe die meisten Cretincn zählt, von 1563 militär-pflichtigen Jünglingen nur 153 für den Dienst körperlich tüchtigbefunden, während vor 10 Jahren in demselben Distrikt von1359 Militärpflichtigen noch 317, vor 20 Jahren von 1240noch 431 tauglich waren. Einige kleinere Distrikte des obernErzgebirges zeigen noch ungünstigere Verhältnisse. „Dabeisind wahrlich die Anforderungen, die man in Sachsen an diekörperliche Tüchtigkeit der Soldaten macht, nicht allzu hoch ge-stellt, und um in der k. sächsischen Infanterie dienen zu können,braucht der Soldat nicht die Schönheit, Kraft und Größe einesGrenadiers zu besitzen."

Das ist die Noth! Wie hat man geholfen? Nachdem manJphofcnö Stimme (s. S. 19), dreißig Jahre lang verachtetund die Noth immer höher hatte steigen lassen; muß Sachsenden Staatsrcgierungen jetzt als ein nachzueiferndes Vorbildausgestellt werden. —