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mus bezeichnet, in -1 wurden Cretinöse gefunden. Eine späterepersönliche Untersuchung des I)r. Virchow zeigte, daß die an-gegebene Zahl noch viel zu gering sei. Nach einer amtlichenZählung im Septbr. 1853 befinden sich allein in Oberbayern-192 Blödsinnige zwischen 12 und 20 Jahren, so daß die Zahlaller in Oberbayern jedenfalls 1500 beträgt. Anfangs dervierziger Jahre machte auch I)r. Stahl in den Bezirken Sulz-heim und Gerolzhofen eingehende Untersuchungen, und behan-delte selbst Cretinen. Er erzählt von zwei Fällen seiner Gegend,in welchen er Naturheilungen von Cretinen beobachtet hat, undzwar um die Zeit, als die Kinder die Schule besuchten, waser der Aufmerksamkeit zuschreibt, die der Lehrer diesen Kindernwidmete. Die Kinder zeigten bald Spuren von Verstand, undhaben sich allmählich körperlich und geistig entwickelt; 18-15veröffentlichte er seine Erfahrungen. Das Resultat war, daßer seinem Volke zurief: „Auch in unserem Vaterlande ist es einnicht geringes Bedürsniß, dem Beispiele der Schweizer zu fol-gen, und eine der i5lovu Licumu Deons, ähnliche Anstalt zu er-richten." Schon früher hatte Du. Virchow darauf hinge-wiesen, daß es Aufgabe der Regierung sei, die Angelegenheitder Cretinen einer ernsten Würdigung zu unterziehen, und womöglich eine Anstalt für sie zu gründen. Es wurde sofort zn-gesagt; aber bei der Zusage ist es auch geblieben. Zwar ließsich König Ludwig über die Wirksamkeit Guggenbühl'ö be-richten, sprach auch den edlen Gedanken aus, eine Heilanstaltfür solche Kinder in Bayern zu errichten: aber im Sturme derZeiten und Leidenschaften, sind diese Gedanken, wie Spreu, ver-weht. Nicht vom Könige, von einem armen Landpriestersollte die erste Anstalt dieser Art für Bayern gegründet werden.Das ist
Die Cretinen-Heilanstalt in EcksberI.
Sie ist gestiftet von dem Priester Joseph Probst und befin-det sich in dem ehemaligen Benefiziatcnhause Ecksbcrg bei Mühl-dorf am Inn. Der Stifter erzählt selbst die Entstehungsgeschichtedieser Anstalt: „Die Hand des Herrn, die gewöhnlich etwasKleines und Unbedeutendes benützt, um große Werke zum
Disselhvff, Lage der Cretinen. 7