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Die gegenwärtige Lage der Cretinen, Blödsinnigen und Idioten in den christlichen Ländern : ein Noth- und Hülferuf für die Verlassensten unter den Elenden an die deutsche Nation
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Nach einer Mittheilung des I)n. Erlenmcver auf der32. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Wienam 19. Sept. v. I. hat die englische Regierung den Plan,ein Institut für tausend Idioten zu errichten. An gut unter-richteten Orten in England selbst weiß man indeß hiervon nichts.

II. Schottland. Es ist kaum zu erklären, wie dieses,durch seinen biblisch-kirchlichen Sinn und durch seine Opfer-willigkeit ausgezeichnete Land bis in die jüngste Zeit für seineblödsinnigen Kinder hat taub und todt bleiben können. Eineamtliche Zählung derselben ist bis heute noch nicht vorgenom-men; doch beherbergen die Hochlande eine außerordentliche MengeCretinen; Blöde findet man überall. Sachverständige Männerschätzen die Zahl derer, welche ihrem Alter und Zustande nachnoch geheilt oder gebessert werden können, ans weit über zwei-tausend.

Schottland hätte die heilige Ehre haben können, mitseiner Liebe gegen diese armen Wesen dem ganzen Europavoran zu leuchten. Denn schon 1819 erhub I)r. Poole, da-mals in Edinburg, jetzt in Aberdeen, seine Stimme. „Waswill, so fragt er die Nation, die über die Maßen schuldvolleGleichgültigkeit für eine Rechenschaft geben wegen dieser ent-setzlichen, wahrhaft erblassen machenden Schauspiele, die fastin jedem Dorfe, wie auf den Straßen unserer großen Städtegesehen werden? Ist es erlaubt, daß diese Jammervollen gleich-sam der Sammelpunkt für jeglichen Mißbrauch und jede Härteder Aufgeblasenheit oder Verderbtheit werden? Sind sie nichtwenigstens zu jener menschlichen Behandlung berechtigt, welcheunsere Gesetze selbst für die unvernünftigen Thiere fordern?Sind sie nicht unseres Geschlechts? und sollte eS sich darumnicht geziemen, ihre Blöße gegen die Ungunst des Wetters oderdie härtere Ungunst einer insultirenden und prostituirendenUeberlegenheit zu schützen? -- Wir behandeln mit Pietät nochdie Leichnahme unserer Nebenmenschen; unsere Gesetze schirmenmit heiliger Strenge die letzte Wohnung der Sterblichen. SollteeS denn ganz unmöglich sein, auch jene vor Schimpf und Bru-talität zu bewahren?" Dann fordert er mehr, als dieses; erfordert wirkliche Liebe, wie sie allen Unglücklichen gebührte und