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Die gegenwärtige Lage der Cretinen, Blödsinnigen und Idioten in den christlichen Ländern : ein Noth- und Hülferuf für die Verlassensten unter den Elenden an die deutsche Nation
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gebildet und zu einem solchen Werke begeistert zu haben. DiesesWerk werde Aufsehen erregen, es sei das Aeußerste, was überden vorliegenden Gegenstand gesagt werden könne. Diese allesMaß übersteigende Hoffahrt, der verletzende, wegwerfende, oftselbst burleske Ton, den m besonders gegen die Aerzte annimmt,ist sicherlich zum großen Theil mit Schuld daran, daß wederer, noch seine Schule, noch sein Buch, Frankreich zur Liebe für dieBlödsinnigen wach gerufen hat. „Es frommt nicht," sagt Koets-veld, „wenn man die Lvbtrompete über sich selbst bläst, undseine eigenen Verdienste Andern in die Ohren schreit!"

Doch ich wende mich zu dem, was Seguin geleistet hat.Nach seinem Grundsatz muß die Erziehung des Blödsinnigenden g an; en Menschen, alle seine Fähigkeiten und Funktionen um-fassen. Es sollen alle Mittel in vernünftiger Weise angewen-det werden, welche geeignet sind, die Thätigkeit, den Verstandund die Leidenschaften der Blödsinnigen zu entwickeln und zuregeln. Das nennt Seguin die moralische Behandlung.

Um die unsterbliche Seele, das Beste am Menschen, küm-mert er sich nicht. Die ganze religiöse Erziehung weist er denPriestern zu. Erinnert man sich, daß er selbst daraus pocht,daß seine Erziehung den ganzen Menschen, alle seine An-lagen umfassen soll; und sieht man ihn hier die religiöse Ein-wirkung den Priestern überlassen; so scheint für Söguin diereligiöse Anlage so wenig zum Ganzen des Menschen zu ge-hören, als der Zopf des vorigen Jahrhunderts ein nvthwen-diges Stück des Menschen war. Darum ist bei ihm das Zielder Bildung nicht dieses, daß auch an dem mißgestalteten Crctin,dem verachteten Blödsinnigen, Gottes Bild sichtbar werde, son-dern das, ihn für dieses Leben einigermaßen arbeitsfähig ge-macht zu haben.

Was die äußere Zustutzung und Abrichtung der Blödsin-nigen für daö bürgerliche Leben betrifft, so hat Seguin nachseiner Erzählung dieselbe Ausdauer, dieselbe Kunst der Methodikbewiesen, die irgend ein Flohbändiger haben muß, um zu seinemZiele zu gelangen. „Durch welche ungeheuren Anstrengungenund unglaubliche Ausdauer Söguin zum Ziele zu gelangen weiß,mag nur der eine Fall bestätigen, wo er einen blödsinnigen