y6. Geschlecht. Straußvögel. 449
tentotten schießen mit Pfeilen nach ihm, und wennsie ihm nachsetzen, werden sie mit Steinen begrüßt,welche der Vogel mit den zwcyen Fingern wahrenddem Laufe anfäßt, und mit äußerster Gewalt hin-ter sich nach seinem Feinde schleudert. Sonst hatder Vogel nicht vielen Witz oder Geschicklichkeit,legt auch seine Eyer, an der Zahl fünfzig, wie derRirrer angiebt, im Sande unbesorgt hin, woraufdie Stelle Hiob XXXIX. ,6 - r zu zielen schei-net, und lässet sie den Tag über durch die Sonne aus-brüten; doch des Nachrs brütet der Vogel selbst,weil sonst die nächtliche Kalte dasiger Gegenden denEycrn schaden würde, welches als eine besondereVorsorge des Schöpfers verdienet angemerket zuwerden. Indeßen erzählen die Epkemerides derkaiserlichen Akademie der Naturforscher den beson-der« Fall, daß einmal ein Ey vom Eap an einenLiebhaber in Europa geschickt worden, und als dasKästchen ausgepackt wurde, kam ein junger Straußaus dem Ey hervor, welcher durch die Wärme imSchisse, und der wolligten unterwegs
war ausgebrütet wo den. Sonst sind die Eyer sehrstark, wiegen, wenn sie voll sind, öfters zehen biszwölf Pfund, und die leeren Schalen werden mitBlumenwcrk geschnitzt, oder auch wie Gitterwerkausgearbeitet, und durchsichtig gemacht, um alsKäfige für kleine Vögel zu dienen.
Uebrigens ist dieser Vogel sehr gefräßig. Ergenießt Kräuter, Brod, Leder, Wolle, Haare undwas ihm vor den Schnabel kommt, ja er verschlucktauch öfters Eisen und Geld , gicbt dieses aberdurch den gewöhnlichen Weg wieder von sich. Viel-leicht dienen ihm in den Wüsten auch Schlangenund dergleichen zur Speise.
Die Augen sehen wie Menschenaugen aus. Die Anato-vefnung derselben ist oval, da sie sonst bey andernLmnell.Theil. Ff Vö^"