in die Geschichte der Vögel. 7
diese Rohrschiefcrhäutchen sind statt der Lippen, dieman in die Mündung eines Waldhorns hinein ste-cken muß, wenn man blasen will. Es schreyen alsodie Kraniche im eigentlichen Verstände aus demBauche,welches bey andern Thieren, oder auch bey den Men-schen gar nicht angehct. Obgleich das von denMenschen so genannte aus dem Äaurhe reden be-kannt ist, so ist dieses doch nichts anders, als einfalscher Kunstgriff, eine, durch die Kehle nur alleinhervorgebrachte Stimme, sogleich wieder zu dampfen,daß es scheinet, als ob sie aus der Tiefe des Bauchshervorgebracht würde. Es lasset sich aus diesem Bauder Vögel die Verschiedenheit der Töne, als dasSchreyen, Glucken, Kirren, Pfeifen, Ouacken,ja auch der bestimmte Ton des Guckgucks, Kiebitse,der Elster und Raben gar wohl erklären.
Bey denjenigen Vögeln, welche sogar Worteauösprechen und reden lernen, nimmt man gleich-falls verschiedene besondere Umstandein der Bildungdieser Theile wahr. In dem Papagay bestehet derobere Theil der Luftröhre aus verschiedenen knörpc-lichten Beinchen, welche die Ruhepuncte verschiede-ner Bewegungen sind, die durch viele Paare derMuskeln erreget werden, und auf mancherley Artdurch die Verengerungen oder Erweiterungen derLuftspalte gewisse Töne verursachen, welche mit dermenschlichen Stimme einigcrmassen überein kommen.Die Knörpelringe der Luftröhre sind hinten und vor-ne wechselsweise breiter und schmahler und ovalrund,statt daß selbige sonst zirkelrnnd zu scyn pflegen.Da wo sich die Luftröhre in Aeste abtheilet, findetman einen Knörpel, der aus dreyen Stücken beste»thct. Das obere davon hat die Gestalt eines hoh-len Kegels, und an dem untern Theil befinden sichFortsätze, die sich in gewisse Spitzen endigen, wel,che den Schreibfedern nicht ungleich sind. Zwischen
Einlei-
tung.