22 Die Statik -er festen Körper.
also im folgenden von festen, biegsamen oder unbiegsiu!men Linien, von festen Ebenen, von festen Körpern!die Rede seyn wird, so sind allemahl feste Linien, feste!Ebenen oder Körper ohne Schwere zu verstehen, so lan-ge bis ausdrücklich das Gegentheil angenommen wird.29 §.
Druck oder Zug sind Wörter, die keine wesent-lich verschiedene Wirkungen der Kräfte bezeichnen,sondern nur eine Verschiedenheit der Richtung, nachwelcher sich die Wirkung einer Kraft äusserk, welchesdurch die im 24 und 27 §. angestellten Betrachtun-gen erläutert wird. Zwey oder mehr Kräfte, die aufeine Masse durch drücken oder ziehen unter solchenUmständen wirken, daß keine Bewegung erfolgenkann, vielmehr alles in Ruhe bleibt, sind im Gleich-gewicht, und die Wissenschaft von den Gesetzen,nach welchen das Gleichgewicht erfolgen muß, heißtüberhaupt die Statik. Im besondern Verstände be-zeichnet dieser Nähme die Wissenschaft von den Ge-setzen, nach welchen das Gleichgewicht erfolgen muß,wenn zwey oder mehr Kräfte, soviel man will, aufeine feste Masse wirken.
zo §.
ZIng. Wenn zweene Puncte ^ und 8 einer hinlänglichfesten unbiegsamen graden Linie /rk nach grade entge-gengesetzten Richtungen K 8 , M, oder auch ^a, 85,deren Lage mit der Lage der graden Linie H?> einerlei)ist, von gleichen Kräften gedrückt werden; so sinddie Kräfte im Gleichgewicht. Wäre die grade Liniezwar feste, aber doch dabey biegsam; so würden glei-che nach den von einander weggekehrten Richtungen85, drückende oder ziehende Kräfte zwar imGleichgewicht seyn: wenn aber die Kräfte nach den
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