Druckschrift 
Steinhöwels Äsop
Entstehung
Seite
256
Einzelbild herunterladen
 

matri ad aurem unum loqui verbum valeret, ad eam conversus atqueos auri matris adbibens, uti quippiam secreto dicturus, aurem dentibussibi abscidit, mater vero pro dolore exclamans, mala sibi imprecatur,tunc qui eum ducebant cum supra modum criminaretur, non solumfurti, sed quod tam impius fuerit in matrem, ille absque rubore [l98 a ]inquit ad eos: Nemini vestrum sit mirum, quod aurem matris abscidi.Ipsa enim huius mee perditionis auctor ct causa est, quippe si mecastigasset, cum ei librum detuli, quem socio e scolis clam abstuli,omissis pre timore verberum furtis, ad hoc in presentia genus turpissimemortis non pervenissem. Monet ergo fabula, ab initio pueros delin-quentes esse castigandos.

Die xiv 1‘abel vou dein sielenden kind und syner mnoter.

Weiher im ansang umb syn mistuon nit gestraffet würt, der wiirtvon tag ze tag ye böser. Dar von liör ain fabel. Ain knab, der in dieschuol gieng, nam synem gesellen liaimlich ain buoch und bracht essyner muoter. Die muoter nam es gern und strandet in nit darumb.Dar nach nam er ainem andern syne klaider liaimlich und bracht sieouch syner muoter, die nam die muoter mich gern. Und als der knabon alle strauff lebet, ward er ouch von tag ze tag ye lenger ye nie undye größers Stelen. Ze lotst ward er gefangen, als ain käuflicher dichfür [l98 b ] offens gericht gefiiret und verurtailet zuo dem tod. Do eraber uß ward gefüret zuo der stat des gerichtes und im syn muoterwainend nachvolget, nam er urloub ain Wort mit syner muoter liaimlichin ir aur ze reden. Do im daz gegündet ward, keret er sich zuo irund tett synen mund zuo ierem aur, als ob er ir iclits haimlichs sagenwölte, und biße ir daz aur ab. Die muoter ward scliryen von demschmerczen und dem sun fluoelieii, und die in fuorten, strafften in nitallain umb syn diepstal, sonder ouch dar umb, daz er so unmenschlichin syn muoter was. Er antwort manlich unverschämt und sprach: Dazich myner muoter daz aur ab gebißen hab, sol nieman wundern, wannsie ist mynes sterben ain ursach; wann bette sie mich gestrauffet, doich daz buoch bracht, das ich mynem gesellen liaimlich uß der schuolentruoge, so bette ich vor forchten der straich fürbas nit mer gestolenund wäre des schantlichen todes wol vertragen gewesen. Darumb solman die mistuonden kind an dem ansang straffen, als dise fabel uß-wyset.