703
ziehen, sich über Grodno mit diesem Korps vereinigen, 80 —100,000 Mann stark das Kriegstheater nach Polen verlegen, undwiederum die Offensive ergreifen. Der General L'Estocg, zu deminan besonderes Vertrauen hatte, sollte mit seinem, durch die preu-ßischen Reserve-Bataillone und die Division des Fürsten Labanowans '>0—00,000 Mann verstärkten Korps die untere Memelbeobachten und bis zu dem geeigneten Zeitpunkt, der durch dieOperationen in Polen bezeichnet werden mußte, in der Defensiveverbleiben- Bei einigem Glück in Polen rechnete man mit Ge-wißheit auf den Zutritt Oestreichs; man hoffte ferner, daß dieunter dem Schutz von Stralsund sich formirenden schwedischen undMcherschen Truppen sehr bald auS den voller alter Soldatensteckenden Marken und Pommern, zu einer ansehnlichen Machtanwachsen würden, welche durch die auf der Insel Rügen landen-ken Engländer zu großer Bedeutung gelangen konnte.
Die Lage der Verbündeten war offenbar beim Abschluß desWaffenstillstandes kcincSwegeö hoffnungslos; vielmehr war derAugenblick nahe, wo ein Umschwung der Dinge eintreten mußte.Noch war indessen Napoleon von seinem Glücke nicht verlassen;als sich endlich ein Gleichgewicht der Kräfte zu bilden anfing,verließ der Kaiser Alexander die bisher festgehaltene Politik, gabPreußen dem Todfeinde Preis, und schloß Friede und Bündnißmit Frankreich.
Napoleon hatte am 2T Juni den General Duroc nach Pik-tuppönen gesandt, und den Kaiser zu einer persönlichen Zusam-menkunft eiuladen lassen- Am 25. fand diese Zusammenkunft aufder Memel bei Tilsit in einem auf zwei mit einander verbunde-nen Fahrzeugen erbauten Pavillon Statt. Die Unterredung warunter vier Augen und nicht von Dauer, aber entscheidend; Na-poleon hatte den Kaiser völlig gewonnen, wozu sehr wesentlich diegroße Unzufriedenheit des Letzteren über die völlige Unthätigkeitder Engländer und über die verletzende Art beigetragen habenmögen, mit welcher sie seinen Wunsch, eine Anleihe unter ihrerGarantie zu machen, abgelehnt hatten.') Für eine zweite Zu-
0 Nach Lefebvre — Iiistoirv üos eccUmvts «1v ILurups r . III. — wä-