472
den, in Folge des Feuers der Festung, am Tage bald ganz auf-gegeben; dagegen war man desto thätiger vor dem Bastion Je-rusalem, wo der Belagerer wenig vom direkten Feuer zu befürchtenhatte.
Die Besatzung des gedeckten Weges hatte sich thörigtcr Weisevon den dortigen Arbeitern zum Abschluß eines förmlichen Kar-tcls durch die Versicherung bewegen lassen, daß sie keine Solda-ten, sondern gezwungene Arbeiter seien, cs auch nicht in ihrerAbsicht stände, der Besatzung zu schaden.
Auch in der folgenden Nacht war die Belagerungs-Artilleriesehr ruhig; dagegen wurden die Arbeitsplätze vor dem Hagels-bcrg fortwährend vom Feuer der Festung beunruhigt.
Der Telegraph benachrichtigte den Gouverneur am 10., daßdie Avantgarde des Entsatzes unterweges, der kommandirende Ge-neral, General Kaminskoi, auf der Fahrt sei und eine Abteilungauf der Nehrung heranrücke.
Am 1l. Mai. Der Tag verlief am Hagclsberg wie dervergangene. Es gelang den Anstrengungen der Franzosen nicht,das Kouronnement zu vollenden. Das Wurffcuer der Festunghinderte nicht nur alle Fortschritte vor der rechten Face des Ra-velins Hagel, sondern zerstörte auch öfter das bereits Vollendete.
Im Laufe des Tages langten mehrere Schiffe mit Truppenin Neu-Fahrwasser an.
Die Stärke der zu dem Entsatz disponibel gemachten Trup-pen und die Disposition zum Entsatz gründeten sich, wie gezeigt,auf die Voraussetzung, daß die Besatzung von Danzig sich imBesitz des Holms befinde und mit demselben noch festen Fuß aufdem rechten Weichsel-Ufer habe. Die Franzosen sollten, nach derAnsicht des Generals Bennigsen, von Weichselmünde aus, vonder Nehrung her und von der Besatzung, also von drei Seiten,angegriffen und von der Nehrung vertrieben werden. Leiderhatte sich die Ausführung der Expedition so bedeutend verzögert,daß nicht nur der Holm in den Besitz der Franzosen gerathenwar, sondern diese auch Zeit und Mittel gefunden hatten, sichauf demselben festzusetzen und bedeutende Verstärkungen an sichzu ziehen.