bedeutenden Ueberlegenheit des Feindes zurückziehen. Die In-fanterie trat den Rückzug zuerst an, die Kavallerie folgte unmit-telbar. Der General Grouchn hatte sich kaum entwickelt, so ginger auch zum Angriff vor, warf die preußische Kavallerie auf dieInfanterie und gegen einen sumpfigen Wald, und nahm letzteregefangen. Die halbe reit. Batterie Kühnemann war bei dem hör-bar gewordenen Artillerie-Feuer ebenfalls von Chamsk vorgesandtworden, doch ehe sie noch bis Karnyszvn gekommen, waren dievorgeschobenen Abtheilungen bereits auf dem Rückzug. Auf dieStraße beschränkt, konnten die Geschütze nicht zum Schuß kom-men und machten Kehrt; doch da der Feind auf den Fuß folgte,in den schlechten Wegen nur langsam gefahren werden konnte,so wurden sie bald überholt und Geschütze und Bedienung ge-nommen.
Der Rittmeister Lockstädt war mit seinen beiden Schwadr.von Chamsk bedeutend später bei Dembsk angekommen, als esdie Disposition besagte'), so daß der General Diericke ihn ganzzurückgehalten haben würde, wenn nicht das hörbare Feuer beiBiezun ihn veranlaßt hätte, die beiden Schwadr. wenigstens alsDemonstration wirken zu lassen- 2 Schwadr. Baczko-Dragonernebst dem Detaschement des Hanptmanns Mirbach folgten später,um den rechten Flügel zu degagiren. Mit dem Gros selbst wollteder General Diericke auf keinen Fall über das Defilee hinaus Vor-gehen, da er von der Stärke des Feindes keine Kenntniß hatte.
Der Rittm. Lockstädt war in der Höhe von Karnvszyn an-gekommen, als der Major La Roche-Avmon den Rückzug antrat;er mußte ein Gleiches thun, doch hielten die bald darauf ein-treffcnden beiden Geschütze den Feind vom lebhaften Drängen aufdiesem Wege ab, so daß auch das Detaschement des Hauptm.Mirbach Zeit gewann, sich abzuziehen, und hier kein weitererVerlust, als durch einige Verwundete der Artillerie, stattfand.
Der General Diericke befand sich in einiger Verlegenheit, dader Feind sich bei Biezun sehr stark gezeigt hatte, und zu erwar-
1) Nach einem vorliegenden Bericht ging er erst um 8'/- Uhr über dasDefilee von Dembsk.