Während die Franzosen sich so der Ruhe Hingaben, setzten dieRussen ihren beschwerlichen Rückzug, ohne irgend Vorbereitungenzur Verpflegung zu finden, in einem kläglichen Zustande fort.Besonders wurde von diesem Mangel die Bennigscnsche Armeebetroffen, wo sich ein allgemeiner Mißmuth aller Gemüther be-mächtigt hatte und mit jedem Tage die Auflösung wuchs. DerFeldmarschall Kaminskoi war in der Nacht zum 28. Dezemberwieder nach Ostrolenka gekommen und hatte Befehle ertheilen wol-len. Als aber sämmtliche Generale erklärten, daß sie diese Be-fehle, ohne Verrath am Kaiser und Vaterland zu begehen, nichtbefolgen könnten, reiste er am folgenden Morgen nach Grvdno ab,und hat ihn die Armee nicht wieder gesehen. Dem General Bur-höwden hätte als dem Aelteren nun wohl daS Ober-Kommandogebührt, aber der General Bennigsen entzog sich demselben, gewißschon in der Hoffnung, daß sein Bericht über den Sieg bei Pnl-tnsk ihm den Oberbefehl verschaffen werde, und als jener Generalihn um eine Zusammenkunft in Ostrowo — zwischen Dylewound Ostrolenka — ersuchte, indem er mittheiltc, daß er beabsich-tige, die Armee zu vereinigen, um die nicht durch seine Schuldunbenutzt gelassenen Vortheile der Schlacht bei PultuSk durch einungesäumtes Vorgehen nachzuholcn, gab der General Bennigsender Einladung keine Folge, sondern wies in seinem Antwortschrei-ben, und wohl mit Recht, darauf hin, daß der Mangel an Le-bensmitteln jede Angriffsbewegung untersage, daß überdies dieNarewbrücke bei Ostrolenka, die im Fall eines unglücklichen Aus-ganges der Offensive ans dem Rückzüge nothwendig benutzt wer-den müsse, sich in so schlechtem Zustande befinde, daß das Schicksalder russischen Armee nicht von einigen morschen Balken abhängiggemacht werden dürfe. Zugleich benachrichtigte der General Ben-nigsen den General Burhöwden, daß er sofort den Narew über-schreiten und den Rückzug auf dessen linkem User über Miastkowoauf Nowogrod fortsetzen werde; wolle sich der General auf demrechten Ufer bis hinter den Pisch zurückziehen, so könne er sichmit ihm bei Nowogrod vereinigen.
Um jede weitere Kollision zu vermeiden, ließ der General
Bennigsen noch am 29. einen Therl seiner Armee bei Ostrolenka
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