Der General Bennigsen war sich während dessen wohl be-wußt geworden, daß der Wiedervormarsch der Armee nicht zurechtfertigen war, wenn er bei Pullnsk Halt machte, und die Fran-zosen ungehindert Weichsel und Narew überschreiten ließ, währendes möglich schien, sie mit Vortheil anzugreifen, so lange sie nurnoch mit geringen Kräften das rechte llfer beider Ströme erreichthatten. Der General entschloß sich daher die Offensive zu ergrei-fen, aber da er nur mit halbem Willen heranging, so wurdenauch nur halbe Maßregeln ergriffen, die lediglich dazu dienten,die Truppen in den täglich grundloser werdenden Wegen durchHin- und Hermärsche und durch konzentrirte Bivouaks ohne Le-bensmittel aufs Aeußerste anzustrngen.
Am 11. Dezember wurde der Oberst Rusanof vom Husaren-Regiment Alerandrow mit einer Rekognoszirung gegen Modlinbeauftragt, und erhielt hierzu sein und das 4. Jäger-Regimentder 6. Division zugewiesen. Da er wegen des Widerstandes des85. Regts. die Wkra bei Pomiechowo nicht überschreiten konnte,so ging er oberhalb bei Pomiechowko über, und nahm eine Auf-stellung zwischen Pomiechowo und Koszewo, wodurch er die Ver-bindung zwischen jenem Dorf und dem Brückenkopf bedrohte. Das85. Regiment ging zwar sogleich zum Angriff über, wurde aberzurückgewiesen, so daß der M. Davout sich genöthigt sah, Pomie-chowo zu räumen und das Regiment heranzuziehen. Zn schwach,um die Brigade Gauthier in dem im Bau begriffenen Brücken-kopf anzugreifen, zogen sich die Russen bei Pomiechowko wiederüber die Wkra zurück, nachdem die Kosaken Pomiechowo in Brandgesteckt hatten.
Ebenfalls am 11. war die 2. russische Division Ostermannvon Pultusk auf Nasielsk vorgegaugen, um am folgenden Tageeinen allgemeinen Angriff auf den Brückenkopf von Okunin undaus Modlin auszusühren. Hätte man den Vorsatz mit einigerEnergie durchgeführt und hierzu die disponible 6. Division mitherangezogen, so konnte die Brigade Gauthier in dem eben nurSchutz gewährenden Brückenkopf ohne Brücke hinter sich, wohlüberwältigt werden. Aber der General Ostermann griff am 12.nicht an, wohl weil er in den entsetzlichen Wegen die Truppen