gewagt, indem man wohl befürchtete, daß die Ueberlegenheit demfranzösischen Machthaber gestatten würde, mit Preisgebung dereigenen Verbindungen, sich durch Gewinnung der oberen Weichselans die Verbindungen der Russen zu werfen. Wenn man auchdavon absehen will, daß das Preisgeben der Verbindungen ineinem Lande, wie das, welches die Franzosen auf dem linken Uferder Weichsel und dem rechten Ufer des Narew betraten, auch nurfür eine kurze Zeit seine Schwierigkeit hat, so ist doch gar nichteinzuseheu, wie man bei Festhaltung der Weichsel durch die Vor-truppen nicht frühzeitig genug von einem solchen Marsche Napo-leons und von dessen Anstalten zum Nebergange über einen Stromwie die Weichsel, hätte benachrichtigt werden sollen, um eine solcheBewegung nach den Umständen unschädlich zu machen oder nachKräften davon zu vortheilen. Der Rückzug hinter die preußischenSeelinien, hinter den Pregel und hinter die Memel, konnten docknimmermehr gefährdet werden.
Es kam aber noch etwas sehr Wesentliches hinzu, was dieRussen vorläufig an nichts Anderes denken ließ, als an die Er-haltung der unmittelbarsten Verbindung mit der Heimath. Diegewaltigen Schläge, welche 1805 die Kriegsmacht Oestreichs unddas russische Hülfskorps, im Jahre 1806 in wenigen Wochendie Macht Preußens zertrümmert hatten, hatten, im Verein mitder geringen Vorbereitung, in der sich Rußland zum Kriege be-fand, die Vorstellung erzeugt, daß man gegen die UebermachtFrankreichs einen glücklichen Krieg mit fortgesetzter Offensive nichtführen könne, wenn nicht Oestreich und England entschiedenenAntheil an dem Kriege nahmen. Diese Vorstellung war nichtaus der Luft gegriffen; aber um die Hülfe Oestreichs und Eng-lands herbeizuführen, durfte man nicht von Hause aus hinter dierussische Grenze zurückweichen wollen, sondern mußte sich nachKräften wehren, um den Franzosen nach Möglichkeit Kräfte ab-znstoßen und Oestreich und England Lust zu machen, gegen dengeschwächten gemeinschaftlichen Feind ihrerseits einzuschreiten. In-dessen wer will hier tadeln? Wer in dieser Zeit unter den han-delnden Personen gelebt hat, wird sicher den Eindruck nicht ver-loren haben, den eine unglückliche Zeitung nach der andern auf