Druckschrift 
1 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
410
Einzelbild herunterladen
 

düng nimmt. Die vorrückenden Truppen werden durch neue feind-liche Linien überflügelt und eufilirt. Das Regmt. Alt-Larisch stutztund feuert, die übrigen Regimenter folgen diesem Beispiel; derzurückgewichene Feind macht Front. Das Gcwehrfeuer dauertkeine Viertelstunde. Tie Verluste der Preußen sind ungeheuer.Das Regmt. Larisch wickelt sich zuerst rotteuweise von dem linkenFlügel ohne Befehl zurück, da es seinen Kommandeur und fastalle Kompaguicchefs verloren hat; das Regmt. Strachwitz unddie übrigen Bataillone werden successiv gezwungen zu folgen. AlleMühe ist vergebens, die Truppen weiter rückwärts wieder zu for-miren; der General Nüchel steuert auch dem Rückzuge nicht, weiler sieht, daß gegen solche Uebermacht an ein Halten nicht zudenken ist, und befiehlt nur, daß die Grenadier-Reserve zur Auf-nahme durch Kapelleudorf, die linke Flügel-Reserve gegen denWerlitz-Graben vorrücken sollen. Die Franzosen folgen; ihre Ka-vallerie greift an und nimmt ganze Haufen gefangen. Die Gre-nadiere können nicht mehr durch Kapellendorf defiliren und for-miren sich nach Zurücklassung der Schützen im Dorfe, die durcheine Füsilierkompagnie unterstützt werden, in Linie auf der Hohehinter Kapellendorf. Infanterie, Kavallerie und Geschütze, alleswirft sich auf das Defilee, wo das Feuer der gegen den Werlitz-grund vorgegangenen zwei Bataillone des Regiments Schenk derlinken Flügelreserve und der Schützen und Füsiliere im Dorfe dieVerfolgung der Franzosen endlich hemmt. So sammeln sich diegeschlagenen Rüchclschen Truppen auf den jenseitigen Höhen unterdem Schutz der Reserven und schweren Batterien; nur ein Theildes rechten Flügels setzt den Rückzug nach dem alten Bivouakaus Weimar fort. Die beiden Füsilierbataill. Rühle und Ra-benau formiren sich jenseits des Werlitz-Grabens und decken die-sen Rückzug in der Richtung auf Weimar. Die gegen Kapellen-dorf vorgezogenen feindlichen Batterien eröffnen zwar eine lebhafteKanonade, ohne indessen noch besonderen Schaden zuzufügen.Anfänglich wurde der Befehl zum Rückzüge auf Apolda gegeben,derselbe indessen abgeändert, da der Ort bereits vom Feinde besetztsein sollte, und die Richtung auf Buttelstädt angewiesen, wohindenn auch die Truppen über Ulrichshalben den Marsch antraten.