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kräfte nicht zur Hebung kam, in welchem eine große Sparsamkeitund strenge militärische Formen als die einzigen Quellen desHeils betrachtet wurden, daß ein solches Heer von der hohenStufe heruntersteigen mußte, die es bisher eingenommen hatte.Nur wenn man es vermocht hätte, dem Volke der Revolution daseigene Volk mit seinen Gesammtkräften entgegenzusetzen, hätte mandaS Heer auf dem bisherigen Standpunkte einigermaßen erhaltenkönnen; aber wie sollte eine solche, alle Verhältnisse umwandelndeMaßregel ohne einen gewaltigen Anstoß von Außen, lediglich alsein Ergebniß der Reflexion, ergriffen werden.
Das preußische Heer war aber auch zur Zeit nicht mehr daSFriedrichs des Großen, oder besser gesagt, nicht mehr daS dessiebenjährigen Krieges.
König Friedrich Wilhelm II. beschäftigte sich wohl noch mitder Armee, weil er erkannte, daß sie es ausschließlich war, welchePreußen zn einer Macht ersten Ranges gemacht hatte, aber erhatte kein persönliches Interesse dafür- — König Friedrich Wil-helm III. liebte den Soldaten; er erkannte wohl, daß bedeutendeVeränderungen auf dem Gebiete des Krieges eingetreten waren,aber der König war jung, noch ohne Vertrauen zur eigenen rich-tigen Erkenntniß, und die Männer vom Fach, deren Rath derKönig hörte und glaubte hören zu müssen, waren zu sehr im so-genannten Preußenthum besangen, als daß sie aus den gewalti-gen Begebenheiten, die sich vor ihren Augen aufgethan hatten,etwas hätten erfahren können- Der berechtigte Respekt vor demgroßen König war zum Unglück geworden; man erkannte nicht,daß das System der preußischen Wehrversassung sich zum Theilüberlebt hatte; Friedrich d. Gr. hatte Alles geheiligt.') Sahen
1) Onidort sagt in seinem Werk: Lssni Mirörnl äs Tnetigus 1?. I.MA. 88. von der Armee Friedrichs d. Gr., nachdem er deren Beschaffenheitbesprochen hatte: „Wenn nach dem Tode dieses Fürsten, dessen Genie allein, dieses unvollkommene Gebäude — der Wehrverfassung — erhält, einschwacher König ohne Talent folgt, so wird man in wenigen Jahren dasPreußische Militär entarten und in Verfall gerathen sehen; man wird dieseephemere Macht in die Sphäre zurückkehren sehen, welche ihre wirklichen Mit-tel ihr anweisen, und wird sie vielleicht einige Jahre Ruhms sehr theuer be-zahlen müssen."