und eS kann noch als ein besonderes Glück angesehen werden, daßbeide Mächte nicht mit ihrem Gegner einig werden konnten. Beider bedeutenden Macht, welche Napoleon noch im südlichen Deutsch-land stehen hatte, war vorauszusehen, daß der Ausbruch der Feind-seligkeiten nicht lange auf sich warten lassen würde, sobald derKrieg einmal ausgesprochen war. Am 9. August wurden daherzwar die Befehle zur Mobilmachung der Armee ansgefertigt, umindessen die Zeit zu den Rüstungen zu gewinnen, wollte mannicht sofort alle diplomatischen Verbindungen mit Frankreich ab-brechen, und sandte an Stelle des auf den Wunsch Napoleonsabberufenen Marquis Luchesini den General Knobelsdorf nachParis, den man, wie Graf Haugwitz sich ausdrückt, xour com-xläter I'illusion, glauben machte, daß an einen Krieg gar nichtzu denken sei.') Am 3. September kam der General nach Parisund am 8. hatte Marquis Luchesini seine Abschiedsaudienz, wobeiNapoleon noch erklärte, daß er nach der Nichtratification des Frie-densvertrages von Seiten Rußlands die Truppen nicht ausDeutschland zurückziehen könne, vielmehr sie verstärken müsse.
ES fragte sich nun, was die übrigen Staaten zu dem Ent-schluß Preußens zum Kriege sagen würden, und ob das preußischeKabinet Alles ansetzen würde, um sich mächtige Bundesgenossenzu verschaffen, da es allein mit Frankreich mit Aussicht auf Erfolgin keinen Kampf eingehen konnte, so wenig in Bezug auf Menschen-wie auf Geldkräfte. So sehr nun der Herzog von Braunschweigin den Grasen Haugwitz drang, sich der Hülfe von Rußland undOestreich und der Subsidien Englands zu vergewissern, um nichteinen Kampf auf Leben und Tod eingehen zu müssen, indem manfrüher oder später nothwendig unterliegen werde, so beeilte sichder Graf dennoch keinesweges.")
1) Napoleon hatte sich in Besitz des Concepts der letzten Depesche desMarquis Luchesini gesetzt, war natürlich von dem Inhalte wenig erbaut, undforderte die Abberufung des Marquis.
2) In einem dieser Briese des Herzogs an den Grasen Haugwitz mahnter, nicht zu glauben, daß Napoleon die Rüstungen Preußens so ohne Wei-teres vergeben werde, und schließt mit den Worten: „ülont nsurputcur n«psut sumuis s'urrstor ckuns sn enrrisro et Xupolvou en est venu un xoint,üo vonsiüsrvr cmmns rstwllo tonte xnwsnncs qui ns plio clevnnt lui.