das Gefecht zu beobachten/ gleich beim Beginn des Feuers durch2 Kartätschen uiederwarf.
Der Lieutenant Kühnemann, dem nach dem Tode des Lieu-tenants Thadden das Kommando zufiel, kannte die Instruktiondieses Offiziers fast gar nicht, konnte auch in diesem Augenblickkeine Belehrung vom Herzoge einholen und überließ die Führungder halben Batterie Thadden um so mehr dem Lieutenant Gelbke,dem ältesten Offizier derselben, als nach dem Gange des Gefechtsvorläufig noch gar keine Aussicht vorhandeil war, daß die 6Pfdrin Thätigkeit kommen würden, die l2Pfder aber in voller Beschäfti-gung standen, eine Beschäftigung, die noch durch den Verlust anMenschen und Pferden, welche wegen des beengten Raumes so-fort zurückgeschafft werden mußten, erhöht wurde.
Als der Feind noch eine dritte schwere Batterie an dem Gar-ten der Harmonie aufstellte und die l2Pfdr mit Kugeln beschoß,vermehrten sich die Verluste derselben noch bedeutend, besondersdurch die losgesprengten Steine der Pfeiler und die Holzsplitterdes Gitters, so daß die Mannschaft nur noch mit größter Hin-gebung gegen die Uebermacht von 12 —15 Geschützen ankümpfcnkonnte. Durch das Feuer der schweren Batterie wurde ein Holmmit dem Gitter aus den Pfeilern gerissen und auf den 2. 12Pfdergeworfen, wodurch allerdings ein Stocken des Feuers bei der Engeentstand, bis daß die noch vorhandene, sehr zusammengeschmolzeneGeschützrescrve die dabei Verwundeten ersetzt und die Trümmerdes Gitters beseitigt hatte. Die feindlichen Granaten, die anfangssehr schlecht geworfen wurden, verfehlten nunmehr nur selten ihrZiel, und wenn auch die Kartätschen durch das Mauerwerk unddas Gitter zum Theil aufgehalten wurden, thaten sie doch anchdas Ihrige, um die Verluste der Artillerie zu erhöhen.
Der Feind drängte aus der Schlutuper- nach der Gertruden-Vorstadt und kam dem Herzoge in der Besetzung des Gertrnden-Kirchhofes zuvor, weshalb dieser, um sich den Rückzug zu sichern,die kleine Reserve am Bnrgthor vorzog und ihr befahl, den Kirch-hof zu nehmen. Es mißlang. Nun ließ der Herzog die Füsilierenach der Stadt zurückgehen und das 2. Bataillon seines Regi-ments folgen. Da die Füsiliere aber nicht angewiesen waren,