723
Nachmittags rekognoszirte der Feind. Eine Paßkugel warfeinen Reiter vom Pferde, die klebrigen entfernten sich.
Am 29. Januar bei Tagesanbruch ging die Nachricht ein,der Feind sei eiligst in der Nacht um 3 Uhr aus der Stadt inder Richtung auf Nehden abmarschirt. Der Hauptmann Valen-tini mit der Jägerkompagnie, den Husaren, den Schützen der Fü-siliere und des 2. Bats. vno. Besser, besetzte sogleich die Stadt,und als die Meldung einging, daß in Gatsch sich noch feindlicheTruppen zeigten, wurde dahin aufgebrochcn, der Feind angegrif-fen und nach hartnäckiger Gegenwehr 1 Hauptmann, 1 Feldwe-bel und 80 Mann Hessen gefangen genommen.
Der preußische Oberst Wiersbitzky meldete aus Marienwer-der: „der Feind ist bei Guttstadt geschlagen und die vereinte preu-ßisch-russische Armee im Vordringen, wodurch die seit dem 22. d.blvkirte Festung entsetzt werden wird."
In der Nacht zum 29. hatte der Lieutenant Ledebur vomStreif-Detaschement des Majors Borstell') mit 22 Garde duKorps das feindliche Hauptquartier Bialochowo überfallen. DerGeneral Rouyer wurde nur durch die Geistesgegenwart seinesAdjutanten Debaine und durch einen kühnen Sprung aus demFenster gerettet, dagegen dieser Adjutant, ein Fürst Wittgenstein,1 Lieutenant und 32 Mann von der hessischen Leibgarde gefan-gen genommen.
Es war die im Januar unternommene Offensiv-Operationdes Generals Bennigsen gegen die Weichsel, welche die Festungdeblokirt hatte. Der Major Borstell hatte von seinem Streif-De-taschement von Riesenburg aus kleine Abtheilungen von verschie-denen Punkten gegen Graudenz Vorgehen lassen, um das Blokade-korps zu allarmiren, was ihm auch vollständig gelungen war-
Schreiben seiner Gegner in deutscher Sprache, nm ihnen in keiner Weiseeine Ueberlegenheit zuzugestehen. Es erinnert dies Verhalten an das bekanntedeutsche Schreiben des Fürsten Blücher an den Marschall Davout im I. >815,doch spricht hier der Sieger zu einem gedemüthigten Feinde, dort der Be«siegte zu seinem übermiithigen Gegner.
1) S. Bd. 3. S. 188.
46 *