gerer Kündigungsfrist mit Schweden nicht mehr zweifelte, daß dieDivision Boudet die zur Verstärkung des Observations-Korpsnach Stettin dirigirt worden war, vor Kolberg rücken solle; aberbereits am 30. Mai änderte er jenen Befehl wiederum dahin ab,daß der Marschall die Division dergestalt gegen Kolberg echeloni-ren solle, daß sie den Platz in 36 Stunden erreichen könne, fallsdie Gegner daselbst eine Landung versuchen sollten. Ein Regi-ment sollte sogleich vor Kolberg rücken, um dem General Loisondie Einschließung des Platzes zu erleichtern und die Eroberungdes Hafens, dessen Besitz von der größten Wichtigkeit sei, beschleu-nigen zu helfen. — Dem General Loison wurde befohlen, endlichdie Festung eng einzuschließen, sich des Einganges zum Hafen zubemächtigen und daselbst Batterien zu etabliren, denn dann erstkönne man des Erfolges der Belagerung gewiß sein. — DerGeneral-Gouverneur der Marken, General Clarke, erhielt gleich-zeitig den Befehl, 2 Bataillone Nassauer — 15 bis 1600 Mannstark — von Berlin nach Kolberg aufbrechen zu lassen, damitauch sie ihren Antheil an dem Verluste vor dieser Festung hätten,und Gelegenheit fänden, sich auszuzeichnen. Erst am 21. Junitraf mit einem neuen Transport Belagerungs-Geschütz das 4. hol-ländische Linien-Jnfanterie-Regiment, 16—1700 Mann stark, un-ter dem Obersten Anthing, auf dem linken Flügel des Belage-rungskorps ein, dem sich am 30. Juni das 3. leichte, das 56.und 93. Linien-Regiment der Division Boudet, in der Stärkevon über 7000 Mann, nnd das nassauische Infanterie-Regimentanschlossen.') —
Die Vorposten der Besatzung wurden nach dem Verlust desWolfsberges wie folgt ausgestellt:
Auf dem Theile des Binnenfeldes vor der Lauenburger-Vor-stadt und vor den Blockhäusern 8- lind o. blieben die Vorposten
1) Da der Major Gneisenau in seinem Bericht vom 4. Juli der Nas-sauer erwähnt, auch Napoleon sie in einem Schreiben vom 3. Juli an denM- Brune unter den vor Kolberg während des Waffenstillstandes zurückzu-lasfenden Truppen aufsührt, so ist auch hier ihres Eintreffens Erwähnunggeschehen, obgleich mau sonst nirgends etwas von ihnen hört. ,