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4 : 2, Der Felzug von 1807. - 1851 (1855)
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Der Feind arbeitete mit so großer Thätigkeit, daß bereitsam 28. März die Sellnower Verschanzungen in einem vertheidi-gungsfähigen Zustande waren, begünstigt durch das passive Ver-halten der Garnison, die man durch fortwährende Gefechte zubeschäftigen suchte. Im Laufe des Aprils wurde Sellnow auchauf der West- und Südseite mit einem ähnlichen Netranchementwie auf der Nordseite umgeben, und Ende Aprils das preußischeNetranchement auf dem Kartoffelberge verstärkt, die Schanze aufdem Kautzenberge vervollkommnet.

Ende März und Anfangs April erhielt Kolberg durch meh-rere hundert Ranzionirte eine willkommene Verstärkung. 42 ran-zionirte Altmärker kamen zu Lande über Nügenwalde an; sie hat-ten sich durch die feindlichen Vorposten geschlichen. Ein Theildieser Ranzionirten war durch Jäger, welche die Kommandantur,besonders aber Schill, in die Provinzen geschickt hatte, gesammeltund nach der Festung geführt worden.

Nunmehr kann die Darstellung der Gefechte, die nach derEinnahme von Sellnow vor Kolberg geführt wurden, ohne Un-terbrechung Statt haben, nachdem noch bemerkt worden, daß zwi-schen inne die Vorposten-Neckereien den ganzen Tag über dauer-ten, so daß man rund um die Festung fortwährend Schüsse hörte.

Auf Befehl des Kommandanten überfiel in der Nacht zum21. März der Lieutenant Blankenburg mit 30 Grenadieren undJägern und 20 Kavalleristen Freiwillige den französischenVorposten am Oststrande, welcher sich in dem, in der Front durcheinen breiten Moorgraben wohlgedeckten Hause des Torf-Inspek-tors festgesetzt und großer Sorglosigkeit hingegeben hatte. Unterdem Schutz der Dunkelheit und eines starken Schneegestöbersschlichen sich 3 Mann an die feindlichen Vorposten, um derenAusstellung auszukundschasten, und entdeckten am Strande undam Gebüsch beim Torfmoor 3 Kavallerie-Vedetten. Gegen 11 Uhrdrang nun der Lieutenant Blankenburg mit einem kleinen Vor-trupp von 5 Mann, dem der Rest naheaus folgte, gegen dieVedetten vor, welche den Anmarsch entdeckten und Feuer gaben.Schnell wurde die Brücke über den erwähnten Graben erreicht,die Pallisadirung an derselben niedergerissen, damit auch die Ka-