16 Wagen, die mit Holz nach der Stadt gekommen waren, inBeschlag, ließ sie mit einem Theil jener Vorräthe beladen unddiese nach Kolberg transportiren. Zur Fortschaffung des Restesforderte er den Magistrat und den von dem französischen Gou-vernement mit der Invaliden-Kompagnie des Infanterie-Regts.Möllendorf aus Stettin nach Gollnow verwiesenen Major Wen-zel auf, als indessen seiner Aufforderung keine Folge gegebenwurde, machte er der Kommandantur von Kolberg von der An-wesenheit der Vorräthe zur weitern Veranlassung Anzeige.
In Stettin, wo Schill anfänglich gar nicht zugelassen wer-den sollte, hielt man ihn längere Zeit fest, da man ihm die Ge-sangennehmung der französischen Offiziere in Massow zum Vor-wurf machte und seine Eigenschaft als Parlamentair nicht geltenlassen wollte. Endlich entließ ihn der Gouverneur von Stettin,General Thouvenot, unter Bedeckung eines Kavallerie-Detasche-ments, das ihn bis Gollnow geleiten sollte. Vergeblich suchtesich Schill dieser Begleitung noch diesseits Gollnow zu entledigen,da es fraglich war, ob die Vorräthe bereits nach Kolberg trans-portirt worden seien. Nachdem er dem kommandirenden Offizierbegreiflich gemacht hatte, wie er in dieser waldreichen, von preu-ßischen Parteien häufig besuchten Gegend, großer Gefahr entge-genginge, traf er endlich mit ihm auf Ehrenwort das Abkommen,daß die Franzosen in Gollnow nichts anrühren sollten, er dage-gen im Fall eines Angriffs den Vermittler machen wolle- DieKommandantur von Kolberg hatte die Vorräthe nicht abholenlassen. Schill eilte sogleich nach Kolberg, ließ einen bei Maks-dorf angetroffenen, für die Franzosen bestimmten Futter-Transportvon etwa 200 Wagen nach Kolberg umwenden, schickte 1000nach Stettin aufgebotene Schauzarbeiter, die ihm bei Kriwitz be-gegneten, in ihre Heimath zurück und nahm in Naugardt dieAmtökasse mit l6—l700 Thlr. und in Greiffenberg die Kreis-kasse mit 2000 Thlr. in Beschlag.
In Kolberg gelang es Schill, ein Kommando von 10 In-fanteristen und 10 Kavalleristen zur Disposition zu erhalten. Nacheinem angestrengten Marsch von 9 Meilen erreichte er Naugardt,ließ daselbst die ermüdete Kavallerie zurück und begab sich mit