Während der Dauer der Belagerung waren 7 Offiziere, 137Unteroffiziere und Gemeine verwundet, von denen die wenigstenwieder hergestellt wurden, 3 Offiziere und 9l Mann geblieben.Der ganze Abgang — incl. Deserteurs, aber ercl. von etwa 600zurückbleibenden Kranken — betrug etwas über l600 Mann.Vom bürgerlichen Stande waren 8 Personen durch das Bombar-dement getödtet und einige 60 verwundet, znm Theil aber eben-falls bereits gestorben. —
An Munition war während der Belagerung verschossen wor-den: 88,022 Kugel- und 19,138 Kartätschschuß, 52,119 Bom-ben und Granaten, 220 Hand- und Spiegelgranaten, 1088Leucht- und 77 Brandkugeln, zusammen 161,265 Schuß undWurf; außerdem 389,217 Gewehr- und 107,927 Karabiner-Pa-tronen. —
Die Festung Neiße befand sich am 1. Juni bereits in einermißlichen Lage. Die Pallisadirung der angegriffenen Front warzerschossen, und erhielt diese ihren Schutz nur noch durch die mit-telst Schleusen bewerkstelligte Ueberschwemmung und Grabenbewäs-serung, während die Hauptschleuse von einer Beschaffenheit war, diejeden Augenblick ihren Bruch erwarten ließ. Es waren von derschlecht bewaffnete», durch eine 96tägige Belagerung erschöpften, undzum Theil schlecht zusammengesetzten Besatzung, nur noch 1100 Mannfür die Vertheidigung der Stadt-Enveloppe, 1200 Mann für diedes Forts Preußen und der einzelnen Redouten, und 1700 M. fürdie des weitläuftigen Retranchcments disponibel, welches zwar re-vetirt, aber ohne niedere Grabenvertheidigung, ohne Außenwerkeund gedeckten Weg, und umgeben von Gründen war, die bis andie Kontreeskarpe heranzogen, und die Annäherung zum Sturmerleichterten, während gegenüber ein 5—6000M- starker, wohl aus-gerüsteter Feind stand, der zum Sturm in jedem Augenblick aus demLager von Frankenstein bedeutend verstärkt werden konnte- — Diedem Feinde übergebenen Bestände erwiesen, daß außer Brod, an-dere Lebensmittel kaum auf einen Tag, frisches Fleisch und But-ter gar nicht vorhanden waren, daß nur ein Vorrath von Pulverauf 16 Tage in Bestand, wenn nur 120 Centner täglich verfeuertwerden sollten, während bisher durchschnittlich 150 Centner täglich
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