man sich durch eine Patrouille von dem was vorgefallen instruirthätte, aber man wagte es nicht, die vielen Brücken und Barrierenzu öffnen, und wartete den Anbruch des Tages ab. Nach einerStunde war auch Alles ruhig geworden.
Am Morgen des 5. März, ale die Rapporte der deta-schirten Posten eingingen, erkannte man erst, in welcher gefährli-chen Lage sich die Festung befunden hatte.
Vom Fort Friedrich Wilhelm meldete der Hauptmann Briren:„in der Nacht um 114 Uhr ist ein Komplott von 55 Manndurchgebrochen." Obgleich im Thurm, außer der gewöhnlichenWache, auch ein Theil der Besatzung munter erhalten wordenwar, erhob sich doch um die angegebene Zeit ein plötzlicher Auf-stand. Man schrie: Halloh! Halloh! Heraus!, besonders geschahdies von den Schildwachen, und alsbald eilte Alles nach derBrücke des Forts; die Schlösser wurden abgeschlagen, die Auf-ziehbrücke hernntergclasseii. Die Offiziere und Unteroffiziere er-griffen Gewehre, drangen mit Lebensgefahr durch die versammel-ten Haufen gegen die Brücke vor, fanden diese aber bereits her-untergelassen. Viele der Aufrührer kehrten nun wieder nach derBrustwehr zurück, doch die, welche bereits die Brücke passirt hat-ten, kletterten in der angegebenen Zahl über die mit Fußangelnund Spitzen beschlagene Barriere. Die rückwärts befindlichenMannschaften feuerten zwar auf die Deserteurs, aber es erwiessich, daß sie zuvor die Kugeln von den Patronen abgebrochenhatten, so daß auch alle Deserteurs glücklich entkamen. Von denwenigen Artilleristen, die noch im Fort geblieben waren, wurdeerfolglos mit Kartätschen hinterher gefeuert.
Von der Kobelwitzer-Redoute meldete der Hauptmann Wo-strowski: „es Haben sämmtliche Artilleristen, mit Ausnahme derChargen und noch 2 Mann, sich mit der National-KompagnieWostrowski und den Dragonern verabredet, die Offiziere rc. zuüberfallen und zu binden, die sich widersetzten, zu ermorden, dieKanonen zu vernageln und zum Feinde überzugehen. Sobaldder Hauptmann durch einen der Ausrührer Kenntniß von demVorhaben erhalten, hat er selbst von dem nächsten Posten, derKlodnitzer-Redoute, 30 Mann geholt, und den Ausgang der