vor diesem Ort durch Detaschirungen nach Ohlau bedeutend ge-schwächt habe; nach kurzer Frist bricht er auf, um einen solchensich nicht wieder darbietenden günstigen Moment zu benutzen. Eswar das der Entschluß, eines bedeutenden Generals würdig. Nurein sehr wesentliches Moment, das im Kriege nur zu leicht falschbeurtheilt wird, wurde übersehen: die physischen Kräfte der Trup-pen, die hier ebenem durch keine geistigen Mittel gehoben werdenkonnten. Bon schlechten, zusammengewürfelten, zum Theil unzu-friedenen Truppen darf man nicht Märsche von 11 Meilen ineinem aufgelösten Boden in 36 Stunden verlangen, und dannnoch erwarten, daß sie frischen Mnths in ein Gefecht mit einemüberlegenen, solide formirten, gut verpflegten und wohl ausgernh-ten Feinde gehen werden. Man hatte auf die Ueberraschnng ge-rechnet; sie sollte alle diese üblen Umstände verwischen. Dannhatte man aber die Zeit nicht gehörig berechnet, und einen sehrgroben Fehler begangen; denn zu einem überraschenden Angriffgehört vor Allem eine sehr richtige Berechnung der Zeit, daß Al-les gehörig ineinandergreife, der Feind keinen Augenblick Zeitgewinne, der ihn zur Besinnung kommen läßt. Fehlerhaft wareS ferner, bei einem nächtlichen Angriff gegen Dörfer und Tran-chee», Kavallerie an die Spitze zu nehmen; sie war zur Siche-rung des Marsches bis an den Feind nothwendig vorn, aberzum Angriff selbst mußte die Infanterie eintreten, die Kavalleriein der Reserve folgen, um feindliche Gefangene, Flüchtlinge undKanonen in Empfang, die eigne Infanterie im Fall des Unglücksaufzunehmen, die Flanken der fechtenden Truppen zu decken w.Bestimmte man die Kavallerie nur aus dem Grunde zum erstenAngriff, weil es sich ergab, daß die Infanterie zur Ueberraschungdes Feindes zu spät eintreffen würde, so wäre dies Verhalten al-lerdings zu rechtfertigen.
Bei dem Rückzuge des Fürsten von Pleß tritt nun die ganzeGewalt der Erschöpfung und der mangelhaften Formation derTruppen nachtheilig auf; der an sich lose Zusammenhang löstsich durch ein Paar Granaten vollständig. Es zeigt dieser Rück-zug aber auch, wie geistige Hebel die Kräfte der Truppen zu er-höhen vermögen. Die Truppen, welche sich kaum noch fortzu-