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5 Uhr Morgens erneuert. Eine Deputation von Bürgern wandtesich abermals an den Gouverneur mit der Bitte, ihr bei so vie-len Drangsalen den Trost und die Hoffnung eines baldigen Ent-satzes zu gewahren- Der Gouverneur mußte sie ohne eine solcheHoffnung entlassen.
Man entdeckte von der Festung aus den Brand des FleckensHundöfeld, hielt dies sür ein Zeichen, daß die Nüssen im An-rücken, der Feind im Abzüge sei, und die Ortschaften der Um-gegend niederbrenne. Jedoch schon um 10 Uhr begann das Bom-bardement aufs Neue, wurde bis 1 Uhr Mittags fortgesetzt undrichtete besvndern Schaden an, da eine Masse Einwohner, aufGrund jener Nachricht, ihre Zufluchtsorte verlassen hatte- 7 Ein-wohner wurden getödtet, 22 verwundet. Am Abend um 10 Uhr-wiederholte sich das Feuer, und um Mitternacht zum 22. wurdedem Gouverneur gemeldet, daß der Feind den Dom angreise.Von allen Werken wurde das Feuer aus grobem Geschütz undkleinem Gewehr eröffnet, doch hielt sich der Feind ruhig. Dage-gen bombardirte er
am 22. Dezember von 3 Uhr Morgens in Pausen biszum Abend, und am heftigsten wüthete das Feuer in der Nachtzum 25., wobei es an mehreren Orten brannte- Da der Lieu-tenant Fiebig vom Bürgerwcrder in der Nacht meldete, daß derFeind sich mit 12 Schiffen auf der Oder nähere, dem Anscheinenach, um auf dem Werder zu landen, so wurde Generalmarschgeschlagen. Der Feind näherte sich während des heftigen Bom-bardements auch an mehreren andern Orten den Werken, so inder Nähe des Nikolai-Thores, des Schweidnitzer-Thores, längsder Ohlau rc., wobei daö von der Besatzung eröffnete Gewehr-seuer den Bayern ansehnliche Verluste zufügte. Endlich
am 23. Dezember um 0 Uhr Morgens zeigte es sich,daß der Feiud unter dem Schutz des Feuers und jener Demon-strationen den nassen Vorgraben bei der Lünette vor dem Bern-hardsbastion durch zwei Tonnenbrücken zu überschreiten suchte,um von dort die Festung zu stürmen. —
In Ermangelung eines guten Planes von Breslau hattebereits am 17., 18. und 10. Dezember der Ingenieur-Oberst