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4 : 2, Der Felzug von 1807. - 1851 (1855)
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Breslau sich allerdings sehr bedeutende Eingriffe in die Civil-Angelegenheiten der Provinz ohne Weiteres gestattet hatte; er be-schloß, den General-Gouverneur zur Erfüllung seiner weiternPläne abzuwarten.

Eine sehr wesentliche Maßregel wurde aber dennoch in Neiße,wohin er sich wiederum begab, getroffen. Es wurde auf Vor-schlag des Kriegsrathes Mente angeordnet, daß von allen Accise-,Zoll-, Post- und Bergämtern die eingekommenen Steuern undEinnahmen au eine eingerichtete Rezepturkasse eingeschickt werdenmußten; selbst die Aemter in denjenigen Gegenden, die schon imfeindlichen Besitz waren, oder noch kommen würden, wurden angewie-sen, doppelte Bücher zu führen, die Ueberschüsse wo möglich einzuschik-ken, oder bis zur Abholung oder sonstiger Disposition zu asservi-ren. Nur durch diese Maßregel wurde es in der Folge möglich,die nothdürftigsten Ausgaben zu bestreiten. Bei dieser Gelegenheitmuß als ein Beweis des Patriotismus der Schlesier angeführt wer-den, daß sich unter so vielen mitwissenden Personen kein Verrätherfand, ungeachtet die Feinde Verdacht schöpften, und auch die strengstenMaßregeln ergriffen, um solchem Verfahren Einhalt zu thun.

In Neiße wurden aus den von kriegsgefangenen preußischenOffizieren gekauften Pferden, den aus den Artillerie-Trains ent-nommenen und den vom Lande gelieferten Pferden 2 Schwadro-nen formirt, und 150 Pferde nebst Montirnngen und Armaturnach Schweidnitz geschickt, um die dort zu formirende Kavallerie auf500 Pferde zu bringen. Der Neißcr Kreis lieferte 60, und derFalkenbergsche Kreis 75 mit Reitzeug versehene, und größtentheilS.bereits durch zurückgekommene Kavalleristen bemannte Pferde.

Auf den Vorschlag des Artillerie-Lieuts. Schneider wurdeeine reitende Batterie von den -4Opfdrn. des Jnf.-Reg. Pelchrzimin der Art errichtet, daß die Hälfte der Mannschaft auf den Hand-pferden ritt, die andere Hälfte auf dem Protzkasten saß.

Der Minister Graf Hopm traf in Neiße ein, um sich mitdem Grafen Götzen zu besprechen; es gelang dem Letztem, densehr kränklichen und ganz niedergebeugtcn Mann einigermaßenwieder aufzurichten.

Am 13. Dezember begab sich der Graf Götzen nach Glatz,