96
Und schon lag das ganze Haus i'm Stillen,Vater, Töchter; nur die Mutter wacht:
Sie empfängt den Gast mit bestem Willen;Gleich ins Prunkgemach wird er gebracht.Wein und Essen prangt,
Eh' er es verlangt:
So versorgend wünscht sie gute Nacht.
Aber bey dem wohlbestelltcn EssenWird die Lust der Speise nicht erregt;Müdigkeit läßt Speis' und Trank vergessen.Daß er angekleidet sich auf's Bette legt.Und er schlummert fast.
Als ein seltner Gast
Sich zur offnen Thür herein bewegt.
Denn er sieht, bey seiner Lampe SchimmerTritt, mit weißem Schleyer und Gewand,Sittsam still ein Mädchen in das Zimmer,Um die Stirn ein schwarz und goldneS Band.
Wie