Druckschrift 
3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
Seite
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Achtung und haben alle Kennzeichen der Tugendan fich.

Es läfst fich bei vielen Gelegenheiten lehr Ich werbeftimmen, »vas es eigentlich ift, das die Unterre-dung des einen Menfchen fo angenehm und unterhal-tend, und die des andern fo fade und abgefclimacktmacht. Da die Unterhaltung eben fowohl eine Ue-bertragung unfres Gemüths ift, wie ein Buch, fomttffen diefelbigen Eigenfchaften, welche das einefchätzbar machen, uns auch eine Achtung gegendie andere einflöfsen. Diefes werden wir nachherbetrachten. Unterdeffen kann man im Allgemei-nen behaupten, dafs alles Verdienft, das aus derGabe zu unterhalten bei einem Menfchen entfpringt(welches gewifs nicht gering ift), von nichts anderemals dem Vergnügen herrührt, das er den Gegen-wärtigen verurfacht.

In diefer Rückficht wird auch die Reinlich-keit als eine Tugend betrachtet; weil Ge vermögeihrer Natur uns Andern angenehm macht, und einefehr beträchtliche Urfache der Liebe und Zunei-gung ift. Kein Menfch wird leugnen, dafs eineNachläffigkeit in diefem Stücke ein Fehler ift; undda Fehler nichts anders als nur kleinere Lafter find,und diefer Fehler keinen andern Urfprung habenkann, als die unangenehme Empfindung, die er beiAndern verurfacht, fo können wir in diefem Bei-fpiele, das fo gemein zu feyn fcheint, fehr deutlichden Urfprung des moralifchen Unterfchieds zwifchenTugend und Lafter und andern Beifpielen entdecken.

Au-