Von cl. übrigen Tugenden u. Haftern. s|t
find, als die Eigenfcliaften der Urtheilskraft undder Imagination. Von diefer Art find Standhaftig-keit, Tapferkeit, Grofsmuth; und mit einemWorte alle diejenigen Eigenfchaften, welche dengrofsen Mann ausinachen. Ich möchte faft daPfelbige in einem gewiffen Grade auch von den übri-gen fagen; da es meiftentheils der Seele ganz un-möglich ift, ihren Charakter in irgend einem be-trächtlichen Stücke zu ändern, oder fich von einerleidenfchaftlichen und launichten Gemüthsart zu be-freien, wenn fie ihr einmal natürlich ift. In einemje hohem Grade diefe tadelnswürdigen Eigenfchaf-ten im Gemüthe find, defto lafterhafter wird derMenfcli, und doch hängen diefe Eigenfchaften garnicht von der Willkühr ab. Zweitens wiinfchteich wohl einen Grund zu hören, warum Tugendund Lafter nicht eben fo unwillkührlich feyn follen,als Schönheit und Häfslichkeit. Diefer moralifeheUnterfchied entfteht blos von dem natürlichen Un-terfc’niede zwifchen Luft und Unluft; und wenndiefe Gefühle durch die allgemeine Betrachtung ei-ner Eigenfchaft oder eines Charakters in uns ent-ftelien, fo nennen wir fie lafterhaft oder tugendhaft.Nun glaube ich, dafs niemand behaupten wird, eineEigenfchaft könne nie eine Luft oder Unluft in derPerfon, die fie betrachtet, hervorbringen, wennfie nicht vollkommen willkührlich in der Perfon,die damit verfehen ift, verurfacht wird. Wasdrittens den freien Willen anbetrifft, fo habenwir fchon gezeigt, dafs er in Anfehung der Hand-lungen