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3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
Seite
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auch unfern Beifall, weil fie fchwächer find, als fiain dem gröfsten Theile der Menfchen wahrgenom-men werden.

Wachfen diefe zornigen Leidenfchaften bis zurGraufamkeit an, fo machen fie die verabfcheuungs-wtirdigften aller Lafter aus. Alles Mitleiden undBedauren, das wir den Unglücklichen, welche dieOpfer jenes Lafters find, beweifen, bringt uns ge-gen die Perfon, die deffelben fchuldig ift, auf, undiverurfacht einen weit ftärkern Hafs, als wir fonftbei irgend einer Gelegenheit fähig find.

Selbft wenn das Lafter der Unmenfchlichkeitnicht zu diefem äufserften Grade fteigt, fo habendoch uni're Reflexionen über die Leiden, welchedaraus entftehen, einen fehr grofsen Einflufs aufunfre Empfindungen dabei. Und wir bemerken iinAllgemeinen, dafs, wenn wir eine Befchaffenheitin einer Perfon finden können, welche fie denen,die mit ihr leben und umgehen, läffcig und verhafstmacht, wir diel’elbe jedesmal für einen Fehler undfür'etwas Tadelnswürdiges erkennen, ohne alleweitere Unterfuchung. Und auf der andern Seite,wenn wir der guten Eigenfchaften einer Perfon ge-denken , fo erwähnen wir allemal diejenigen Theileihres Charakters, welche fie zu einem guten Gefell-fchafter,einem gefälligen Freunde, einem edelnHerrn,einem angenehmen Ehemanne, oder einem giüigenVater machen. Wir betrach en den Menfchen n .challen feinen Verhältniffen in der Gefellfchaft; undlieben oder haffen ihn nach dem Maafse, als er die-