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3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
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144 Weber die men Ich liebe Natur.

Man ftelle fielt zwei Menfchen vor, die fielt um eingewiffes Vermögen ftreiten; wovon der eine reich,tliörichtund unverehlicht; der andre ein armer undverftändiger Mann ift, der eine zahlreiche Familiehat: der erfte ift mein Feind, der andre mein

Freund. Treibt mich nun in diefem Falle die Erwä-gung des allgemeinen oder felbfteignen Vortheils,die Freundfchaft oder Feindfchaft, fo mufs ichmein Möglichftes thun, um dem letztem das Ver-mögen zu verfchaffen. Auch würde gar keineRücklicht auf Recht und Eigenthum der Menfchenmich zurückhalten können, wenn ich blos durchnatürliche Gründe ohne Verbindung und Konven-tionen mit andern zum Handeln beftimrrt würde.Denn da alles Eigenthum von der Moralität abhän-gig ift; und da alle Moralität, von dem gewöhnli-chen Gange unfrer Leidenichaften und Handlungenabhängt; und da diefe wiederum blos durch behän-dere Beweggründe regiert werden; fo folgt klarund deutlich, dafs eine folche partheiifche Hand-lungsweife der ftrengften Moralität gemäfs feyn wür-de, und nie eine Verletzung des Eigenthums feynkönnte. 'Wollten alfo die Menfchen auch in Anfe-liung der Gefetze der Gefellfchaft, blos nach ihrerFreiheit handeln, wie fie es bei jeder andern Gele-genheit thun, fo würden fie fich bei den mehreftenGelegenheiten durch befondere Urtheile beftimmen,eben fowolil die Charaktere und Umftände der Per-fonen, als die allgemeine Natur der F'rage in Erwä-gung ziehen. Es ift aber leicht zu bemerken, dafs

die-