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3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
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57
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Üeber die Gerechtigkeit u. f. w. 57

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Zuneigung haben, als gegen fich felbft, dafs ich !vielmehr der Meinung bin, dafs man zwar feiteneinen finden wird, der eine einzelne Perfon mehrliebt als fich felbft, dafs man aber eben fo feitenjemanden antreffen wird, in welchem nicht allegefellige Neigungen zufammengenommen die ganzeSelbftliebe übertreffen follten. Man frage die ge-meinlte Erfahrung: Seht ihr nicht, dafs obgleichder ganze Aufwand für die Familie überhaupt vondem Willen des Hausherrn abhängt, es deffenuner-achtet wenige giebt, die nicht den gröfsten Theil 1ihres Vermögens auf das Vergnügen ihrer Weiberund auf die Erziehung ihrer Kinder wenden, undden kleinften Theil zu ihren eignen Gebrauch undUnterhalt vertliun? Diefes bemerken wir an allen,welche in dergleichen zärtlichen Verbindungen fte-hen; und wir können vorausfetzen, dafs der Fallmit andern der nämliche feyn würde, wenn fie fichin einer ähnlichen Lage befänden.

Aber obgleich diefe Grofsmuth der menfchli-chen Natur zur Ehre gereicht, fo müffen wir dochauch bemerken, dafs diefe fo edle Leidenfchaft an-ftatt die Menfchen für grofse Gefellfchaften gefchicktzu machen, denfelben vielmehr fo zuwider ift, als esdie eigennützigfte Selbftfuclit nur immer feyn kann-Denn da ein jeder Menfch fich mehr liebt, als eine an-dere einzelne Perfon und bei feiner Liebe gegen andrenur feinen Verwandten und Freunden die gröfsteZärtlichkeit beweifst, fo mufs hieraus nothwencligein Widerftreit unter den Leidenfchaften und folg-lich