Nisse beschauen, Cr kennt eines Jeden Eigenschaften, undweiß mit großer Weisheit und Güte die wahren Salben ^auf unsre Wunden zu legen. Könnten wir doch nur so § ^recht kindlich in allen Fallen sagen: Ja, Water, denn ^es ist also wohlgefällig gewesen vor dir,(Matth. 11, 26.) Könnten wir dieses nur allzeit sagenohne zu untersuchen, ohne zu stottern, wie es billig seinsollte! So lange wir keine blinden Kindlein werden rvol-len, können wir nicht zu dem wahren Loslassen von unsselbst und zu dem Ueberlassen an den Herrn gelangen, ^wie gut wir es auch meinen mögen. Durch eigenes Ur-theilen, Sorgen, Fürchten, Arbeiten, Woraussehen u. s.w. verlieren wir gerade das, was wir suchen. Welchetheure Gnade ist es daher eben deswegen, lieber Bruder,daß uns der Herr je langer je mehr darin befestigt, daßnur dies Eine Noth thut, nämlich: wie ein kleines, einfäl- «
tiges Kindlein dicht bei dem Vater zu bleiben, ohne Kunst ^
und Kümmerniß, mit dem allgemeinen Willen nur ganzvor ihm sein zu wollen, sich ihm ganz in der Liebe hin-zugeben. Alles ist gut, was der Vater thut. Das wol- b
len wir hier glauben und werden es dort sehen. Doch :°>
läßt er es auch schon hier zuweilen sehen, daß seine Wege «
bloße Güte sind. Hätte ich vor zwölf oder dreizehn Jah-ren alle Wege können voraussehen, die ich seitdem habewandeln müssen, ich hätte lieber den Tod als diese ge-wählt, weil ich sie als meiner Seele schädlich und als zumeinem Verderben führend betrachtet haben würde; aberDank sei Gott, der Augen, Hände und Füße gebundenhielt, und noch oft gebunden halt, um mich nach seinenRathschlüffen dahin zu führen, wo ich nicht hinwollte.
Und jetzt beugt sich mein Geist und Alles, was in mirist, in inniger Dankbarkeit vor dem Herrn, der Alleswohl gemacht hat. Gewiß, mein Bruder, Dein Weg istgut, bleib nur mit mir durch des Herrn Gnade in stiller hh