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Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
Entstehung
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61
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Meine Lieben-, ich lasse meinem Herzen und meinerFeder freien Lauf, weil ich Euch lieb habe; denn Ihrwißt ja schon Alles, was ich schreibe. Ach! möchten wirnur Alle die gründliche Wahrheit erkennen! Da ich durchGottes Barmherzigkeit weiß, daß die Wahrheiten des in-wendigen Lebens nichts weniger als künstlich erfundeneFabeln find, so jammert es mich zuweilen innig, daß be-rufene Seelen sich selbst so schwer im Wege stehen, undso wenig diese große Angelegenheit empfinden. Dies be-wegt mich dann zuweilen zum Schreiben und Sprechen,wo ich anders lieber schweigen möchte.

Ich grüße Euch Alle, meine Reisegefährtm, herzlich,mich Euern Gebeten empfehlend, und bleibe

Euer

in Liebe verbundener Bruder.

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Zwei und zwanzigster Brief.

Leber denselben Gegenstand.

In Jesu, der unser Frieden, Lebenund Alles ist, herzlich geliebteBrüder und Schwestern!

Gedankt, gelobt und geliebt sei der Herr unser Gottfür alles Gute und Große, das Er in sich selbst ist undauch uns werden will, wie auch für alles Gute undGroße, das er uns auch im verflossenen Jahre sowohl in-als auswendig erwiesen hat! Wir sagen abermals: Bishierhin hat uns der Herr geholfen! bald wirder uns, nach dem demüthigen Vertrauen unsers Herzens,eine Ewigkeit ohne Jahre geben, in der wir Ihn, diesWunder aller Wunder, anschaucn, anbeten und genießen