I. A. Gegenbaur
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bewahrte. Andererseits aber Hütte er das eminent kolo-ristische Talent, das er war, nicht sein können, wenner auf die reizvolle Darstellung des Nackten, wozu dieantike Mythologie immer noch die schicklichste Gelegenheitgibt, hätte verzichten wollen. So matte er mit demselbenEifer und derselben Unbefangenheit heute an einerMadonna, wie morgen vielleicht an einer Venus oderBacchantin. Freilich waren wohl seine Madonnen denRomantikern nicht himmlisch und seine Aphroditen denArchäologen nicht antik genug. Es geht durch seineSchöpfungen beiderlei Art ein Zug von modernerEleganz, von geistreicher Formgewandtheit, der andie besten Meister der Franzosen in jener Zeit undunter den Deutschen vornehmlich an Wilh. Kaulbacherinnert.
Uebrigens soll doch in jener Periode selbst unterGegenbaurs Freunden die Befürchtung aufgekommensein, daß seine rasche und stofflich etwas eng umgränzteProduktion zu einer Verflachung seines Talents führenkönnte. Da eröffnete ihm die Gunst des Schicksals eineandere Bahn, auf der sich bald auch eine neue und nochstärkere Ader seines künstlerischen Vermögens erschließensollte. König Wilhelm hatte ihm bei einer Begegnungin Civitavecchia im Jahre 1834 eine weitere Verwendungin seinem Dienste zugesichert. Als Gcgenbaur imSommer 1835 die Heimat- wieder besuchte, um seinenVater noch einmal zu sehen — die Mutter hatte erschon im Jahre 1827 verloren — wurde er an denHof berufen. Obwohl er seinen römischen Hausschlüsselüber die Alpen mitgebracht hatte, ließ er sich überreden,als königlicher Hofmaler mit festem Gehalt und besonderer