280
I. I. v. Schnizer
darauf verewigt war, kaufte ihm das um den Anfangdes Jahres 1820 fertig gewordene Gemälde ab undbestellte gleich als Gegenstück die Schlacht von Brienne,welche bald auf einer großen Porzellanvase der Ludwigs-burger Fabrik von George Walcher (1785 — 1862)vortrefflich nachgebildet wurde. Schnizer erhielt nunvon seinem König auch Auftrag für die Erstürmungvon Sens nnd die Schlacht von Lafäre Champenoisch)und wurde zum Hofmaler ernannt mit Einräumungeines Ateliers in dem Akademiegebäude. Bald jedochverlor er diese Stellung wieder, als er sich bei demsogenannten vergeblichen Landtage, dem ersten von 1883,als Abgeordneter von Biberach auf die Seite der liberalenOpposition stellte. Näheres über seine landständischeThätigkeit ist aus den dürftigen Protokollen jener Zeitnicht zu erheben. Der einzige Antrag (Motion damalsgenannt), den er nach denselben gestellt hät, ging aufErsetzung des stehenden Heeres durch allgemeine Volks-bewaffnung, ein Vorschlag, der dem König freilich nichtgefallen konnte, übrigens wegen der raschen Auflösungdes Landtages auch nicht zur Beratung kam. Vermutlichwurde in jener aufgeregten Zeit ihm, dem ehemaligenOffizier und jetzigen Hofmaler, allein schon das Zu-sammengehen mit der liberalen Partei so übel genommen,daß er bald für gut fand, um seine Entlassung zubitten, die er dann auch in ungnädigster Weise erhielt.In den zweiten, zahmeren Landtag von 1833 wurdeSchnizer nicht mehr gewählt, blieb aber fortan in
i) Ucber die Umsetzung der drei letztgenannten Bilder inReliefs für die Jubiläumssäule durch de» Bildhauer TheodorWagner s. Nr. XXX. Th. Wagner.