G. F. E. Wächter
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Schein ins Blaue hatte. Sein Vater, Friedrich ChristophWächter, zur Zeit, da ihm Eberhard als zweites unterelf Kindern geboren wurde, herzoglicher Oberamtmannin Balingen, brachte es bis zum Geheimen Rat undKonsistorialdirektor; seine Mutter, Sybille Regina,durfte sich rühmen, die Tochter des hochangesehenen'Tübinger Juristen Christoph Friedrich Harpprecht zusein. Aus solchen Familien wurde man, da hatte derHerzog ganz recht, damals nicht Künstler; das überließman den fürstlichen Stallbuben und Soldatenkindernoder Stuttgarter Handwerkersöhnen; kaum daß sich ein-mal ein Schultheißen- oder Pfarrerssohn vom Landedarunter verirrte. H
In der Karlsschnle selbst war, als der junge Wächtereintrat, die Scheidung der Künstler oder Artisten ineine höhere und niederere Abteilung, die sich erst im Jahre1775, Vollzog, noch nicht angeordnet?) Tie Architekten,Maler und Bildhauer erhielten zusammen mit denStukkatoren, Kupferstechern, Gärtnern, Musikern undTänzern einen dürftigeren Unterricht als die anderen Zög-linge und hatten eine geringere soziale Stellung in derAnstalt. So mochte der Herzog, deni sonst die Ent-deckung von Kunsttalenten besondere Freude machte,
Briefe an Freih. von Uexküll (Haakh Beiträge rc. S. 161): „Ichsollte Juristcrey, bameralwisscnschaft oder was ich sonst wollte,erwählen, nur Kunst nicht — das hielt man sür eine Schande.
>) Wie groß oder vielmehr wie klein der Prozentsatz derBeamtenkinder unter den deutschen Künstlern überhaupt ist, wäreeiner statistischen Zusammenstellung und psychologischen Unter-suchung wert.
2) S. hiezu: Klaiber Ter Unterricht in der chem. h. Karls-schule (Progr. d. K. Real-Gymn. in Stuttgart. 1873) S. 22.