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I. G. Müller
zutreten. Er machte gute Fortschritte in den Gym-nasialfächern; doch ging er täglich auch eine Stundein den öffentlichen Freihand-Zeichenunterricht der vomHerzog Karl im Jahre 1761 errichteten ^.eaäsmie des^rt8 und erhielt gleich im ersten Jahre einen Preis.Der Herzog, durch die Lehrer auf Müllers Talent auf-merksam gemacht, ließ ihn wiederholt auffordern, sichganz den Künsten zu widmen; er widerstand aber, inseiner Weigerung von der Familie unterstützt, längereZeit. Nur wenige Tage, ehe er in das Tübinger Stiftausgenommen werden sollte, gab der Abiturient dem An-dringen seines Fürsten nach und trat am 4. September1764 mit einem jährlichen Stipendium von 100 Guldenin die — im Jahre 1766 nach Ludwigsburg verlegte —Kunstakademie ein. Seine Ausbildung in der Malereierhielt er durch Professor Nik. Guibal, bei dem er anFriedr. Heinr. Füger') u. a. auch tüchtige Mitschülerfand.
Nach sechsjähriger Lehrzeit in der Akademie wurdeMüller durch herzogliche Ordre vom 18. Januar 1770mit einem Jahresstipendium von 400 Gulden nachParis geschickt — „zur Erlernung der Kupferstecherkunst,jedoch ohne die Malerei auf die Seite zu setzen." Wieer selbst erzählt 2), ward der neue Kunstzweig nicht auseigener Wahl von ihm ergriffen, sondern nach demWillen des Herzogs, der damit zum zweitenmal einen
') Geb. 1751 in Heilbronn, gest. zu Wien am 5. No-vember 1818 als Hofmaler, Akademie- und Galeriedircktor; wieGuibal ein begeisterter Mengsianer.
2 ) S. fein kro-Nenioria vom 1. Januar 1797 bei WagnerGefch. d. h. Karlsfch. Bd. 2 S. 393 ff.