Druckschrift 
2 (1806)
Entstehung
Seite
233
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und ernst sttzt diese da, mit der Waage der Gerech-tigkeit und dem Schilde, auf dem eine Wölfin denRomulus und R e m u s saugt. Diesen Momenthat David in seinem Gemahlde gewählt. Brutusfitzt in tiefem Schatten, den Brief, den seine Söh-ne an den Tarquin geschrieben, in der Handhaltend. Er hört ferne Fußtritte und horcht auf.Die Thür öffnet sich, und die Lictoren treten imHintergründe herein mit den Leichnamen der Söhne.Er hört die Füße der Träger. Der Vater und derRömer kämpfen in ihm, der Schmerz und diePflicht; seine rechte Faust liegt geballt ans seinemKnie, und alle Muskeln des Arms und alle Ge-sichrszüge sind in straffer Spannung vom inner»Loben des gewaltigen, aber besiegten Schmerzes.

Im geöffneten Nebengemach sieht man dieMutter und die Schwestern. Die Mutter verhülltihr Antlitz, als die Lictoren kommen, sie kann denAnblick nicht tragen; eine Schwester sinkt in Ohn-macht; eine zweite strebt den Leichen händeringendentgegen, und an diese lehnt sich die jüngste, dasGesicht verhüllend, und sucht zagend Trost undHülfe.