Druckschrift 
2 (1806)
Entstehung
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

211

verschwendend wie die unsn'gen an allerhand riiürderne Möbel, zierten häufig ihre Gemächer undihre Landhäuser mit kostbare» Bildsäulen, nnd daherdie große Mengederselben, wrlche in der Erde wie-dergefunden wird. Jetzt, da der reiche Himmelder Griechen und Römer ausgestorben ist, undda die neuen Völker nicht wie die alten denKörper und die Seele zugleich erziehen, so fehltes den Künstlern an Stoff- und er hat wederGötter noch Heroen- noch große Menschen- dieer darstellen könnte.

Die Geschichte des Chriftenthums liefert we-nig Gegenstände für die Bildhauerkunst, und un-sere moderne Zeit wenig Männer für den Meis-sel. Was kann ein Bildhauer mit einem Phi-losophen anfangen- der wie Kant eine einge-drückte Brust hat, oder mit einem berühmtenNaturforscher, der wie Licht enberg verwachsenist, oder mit einem Poeten, der wie Klop stockeine Perrucke trägt oder der wie Pope einenBuckel hat? Will er auch von so einem nurden bloßen Kopf haben, so wie der Leser, umeine Herme zu machen, wie von Virgil oderO 2