Druckschrift 
2 (1806)
Entstehung
Seite
139
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deS Gemachs. Sie scheint entfernte Fußtritte imVorhause zu hören, oder das Aufgchn der Hofthü»re, — und erwartet den Vater ihres Kindes.Mit dem rechten Fuße hat sie das Kind gewiegt,man sieht dieses an dem Pantoffel, der ausgezo-gen neben ihrem Stuhle sieht.

Neben der Wiege steht das Kindermädchen,das den Kleinen aufgedekt hat und im Begriff istihn herauszunehmen. Sie betrachtet ihn vorhernoch mit einem Bücke, in dem Liebe und Wohl-'gefallen am Kleinen liegt, — und, wie es scheint,zugleich mit einem gewissen mystischen Nachdenkenüber die höchste Stufe der weiblichen Wünsche und derweiblichen Ehre — Mutter eines Knaben zu ftyn.

Die feinen Spitzen am Halstuch der Mutter,die gepolsterten Stühle, und die mit Wappen ge-mahlten Fenster verrathen Wohlhabenheit, aber„irgend sieht man Pracht. Auch ist Vorrath dazur Nahrung und Kleidung. Das Gemach ist ei-ne niederländische Küche. In einer Ecke liegenMöhren auf der Erde. Auf dem Tische liegt einHuhn, neben diesem ein Krautkopf, auf einemkleinen hölzernen Kübel, der zum Gemüscwaschen