Druckschrift 
2 (1806)
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

iz6

weise und seine Kleidung nicht, und wir sehennoch jezt in den Niederlanden dieselben Menschenund dieselben Sitten, die Tenniers einst sah undmahlte. Dieses Leben hielt der Künstler für dasst'ißeste und schönste, er zog es dem Leben derAlten vor, und er suchte es auf's fleißigste aufdie Leinwand zu bringen. Dieses Leben liegtuns nahe, es hat Aehnlichkeit mit unseren Sit-ten und Gebrauchen, und wir verstehen es leich-ter, als das fremde Leben des Griechen, der an-dere Sitten, andere Kleidung und andere Ge-brauche hat. So verstehn wir die Gemahlde, wel-che das Lebender heissen Wendekreise darstellen, fastgar nicht, weil Kleidung, Gebrauche, Körperbauund Erde, und selbst die Luft der Wendekreiseuns fremd ist. Und Fühlen und Verstehn istdoch die erste Bedingung von Allem, was füruns da scyn soll. So erzählt Lichtende rg:daß Garrik nie den Hamlet in der fremdenKleidung seines Zeitalters gespielt, sondern inder bekannten des Zeitalters Garriks, — umin all' seinen bedeutungsvollen Bewegungen bes-ser verstanden zu werden. — Der Reichthum ei-