Druckschrift 
Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
Entstehung
Seite
1747-1748
Einzelbild herunterladen
 

1747 L Y C

fenheit nach, darauf noch gesehen wer-den kan g). Sonst aber befand sichauch noch ein sonderbarer gantz gülde-ner Lychnuchus über dem Thore des Hei-ligen, welchen die Helena, Königin derAdiabener. dahin verehret hatte b).Und am L.über - Hütten - Feste zündeteman so viel 50 Ellen hohe güldeneLychnuchos in dem Atrio Mulieruman, daß davon alle Areia der Stadt Je-rusalem erleuchtet wurden i), die ver-muthlich aber nur vergäldet werden ge-Wesen seyn, weil für massiv Gold dieHöhe ein bißgen zu groß seyn würde.Jmmittelst aber hielt man auf derglei-chen Lychnuchos auch viel in den heyd-nischen Tempeln. Allermassen sich we-nigstens zu Rom einer in dem Tempel desApollinis Palatini befand , der die Ge-stalt eines Baums, die Lampen aber derAepfel hatten k), von dem AlexandroM. bey Eroberung der Stadt Thebenmit erbeutet, von ihm aber dem Apol-lini zu Cyne gewidmet, und endlich mitnach Rom gekommen war 1).

a) Pollux lib. VI. c. /8.

b) Exod XXV,

c) Exod XXXVII, 17-24.

d) Reland. Antiqu. Vet. Hehr. P. I.c. s- § 8-

e) 2Chron. ////, 7.8-19.20.

f j lken Antiqu. Hehr. P. I. c.%. §. 40.

g) Id. ibid.

h) Id. ibid. §. 38.

i) Reland. ex Gemar a I. c. P. ////.

c. f. §. 8.

k) P. Victor Reg. X ap. Natdin. lib.VI. c. 11,

l) Plin. H. N. üb. XXXIIII. c.j.

L Y C IV M, Gr. r« rVl a«!*«, war einGerichts - Ort zu Athen, woselbst desLyci Statua, jedoch in der Gestalt einesWolfs, stund a), der denn die ihre Ge-lübde auch wohl mit Thränen thaten,daß ihnen Lycus, als ein vermeynterHeros und Halb-Gott, zu Gewinnungihrer Rechts - Sache behülflich seyn solle,welche dergleichen auszumachen hatten;allein, da sie dennoch die Sache verloh-ren, zur Rache die Statuam auch wohlmit ihrem Unne besudelten, oder aucheuren von hinten gegen sie streichen lies-sen. Damit aber doch solches nicht fer-

ner geschehen möchte, wurde dieselbe

endlich mit einem Ziegel-Mäuergen um-

geben, das aber doch auch wohl übersich nehmen muste, was sonst der Su.tu® wiederfuhr b).

a) Pollux lib. VIII c. ,0.

b) Aristoph. in Vespis Meurf ,*Areopago, ap. PfeifF. Antiqu. Gr.lib. II. c. 26.

L Y C V R G IA waren ein Fest, wel.ches die Lacedämonier ihrem Gesetz-Ge.ber, dem Lycurgo zu Ehren feyerten.

Meurf ap. Schoetgen. in Lycurgia.

LYE war bey den Kicilianern soviel, als die Diana, der sie diesen Nah-men gaben, da sie glaubten, durch sievon einer gefährlichen Pest befreyetworden zu seyn.

Diomedes Prob. /ap.Tiraquell.arfAlex. ab. Alex. lib. VI. c.4.

LYRA war ein musicalisches Instru-ment, welches Mercurius erfunden ha-ben soll a), da er ungefehr mit dem Fus-se an eine verweset« Schild - Kröte stieß,von der die Nerven noch an der Schalehiengen, und, da er wahrnahm, daßsolche einen Klang von sich gab, dachteer den Dingen weiter nach, bis er baSInstrument zu Stande brachte b). Je-doch soll er vornehmlich auch die 2 Hör-ner von einer Ziege des Izali mit darzugenommen haben. Indessen soll er sol-che Leyer hernach dem Apollini undMusen, bald aber auch dem Amphionivon Theben gegeben haben, der durchsie die Mauern um Theben gebauet, daer nur auf derselben gespielet, die Stei-ne hingegen solchen angenehmen Klangzu hören, selbst herbey geweltzet gekom-men, und sich endlich in die Mauerzusamme gesetzet c). Doch soll sie auchOrpheus gehabt, und die Musen end-lich mit unter die Gestirne gefetzt haben,woselbst auch noch eins daher die Leyerheißt d). Sie soll aber nur 7 Saitengehabt haben, nach der Anzahl der Pla-neten, oder weil Mercurius nur / Mo-nat in seiner Mutter Leibe gewesen. Undobwohl die Argivi eine Strafe daraufgesetzet, daß niemand mehr Saiten dar-auf zu ziehen sich unterstehen solle, sosoll doch Apollo selbst die 8 te darzu ge-chan haben«), bis deren endlich nach der

A

JA j

üiW*0« ®

a) n

l

l

b)it) J»

nun

«wjb.

«

Sg«

u

CHS

»AI

Sw,l

jcttt®

t)$i

t))

(

H.

14