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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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1515-1516
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»5'5 L A V

LAVATIO war ehedem unterandern auch so viel, öl<S eine Bade-Wanne, oder Gefäß, wvrinne sich einerwusch oder badte a), dergleichen mandenn auch von Silber hatte b) Ins-gemein aber heißt es doch so viel, alsdas Mischen oder Baden selbst, davonunter Lotio und Ablutio ein mehrers zusehen stehet.

a) Vlp. /. 2s. ff. de aur. argent.

b) t'baed* lib. 1111. sab. 4. v. 21.

Lauatio Matris Deutn War ein Fest

zu Rom da die Priester der Cybeles die-ser Göttin Bildniß, so von Peffinunten ch Rom gebracht worden, und einblosser tölpischer Stein war, nahmen,an den Fluß Almonem vor der PortaC,pena aus einem Wagen führten, undUM besondern Cerimonien in demselbensowobl die Statue, als den Wagen ab-wuschen a). Damit aber der Zug destoPrächtiger wurde, liehe jede, man dasschönste und kostbarste darzu her, waser von güldenen und silbernen Meubleshatte, welches vornehmlich die Kayserselbst thaten ; hingegen sprang und tan-tzete alles darbey, hatte sich vermasqvi-ret, steilere selbst die Römischen Obrig-keiten mit darunter vor, und trieb tau-senderlei) Narrenposten b). Die Galliober Pfaffen aber selbst sungen die zo-tenhafkesten Lieder c) , das Waschen aberverrichtete der oberste Priester oderA»chigallus in seinem Purpur-Kleide d),und gieng der Lcrm darzn bereits den 22Martii an, als da eine Fichte abgehauenUnd in den Tempel gebracht wurde; den33 wurden die Trompeten geweihet;den 24 ließ der Archigallus das unhei-kige Aiut weg, indem er sich selbst in dieArme schnitt; den 25 war man lustig;den 26 stille, und schlief aus ; und den27 geschahe die Abwaschung, bey der allevornehmen Römer barfuß mit vor derGöttin ihrem Wagen hergiengen e).

a) Quid Fafl HU. v. ??/.

b) Herodian. lib.I. c. //. §. 3.

c) Augustin. deC.D- lib.il. ap. Gy-rald. Synt. Deor. Ull. p. 141.

d) Ouid. /. c.

e) Struv. Antiqu. Rom. c. VIIII p- 42/.

lavdatio fvnebriswar eine Gewohnheit der Römer, dabey

LAV , sl6

eines vornehmen und wohlverdientenMannes Leichen-Begängnisse einer aufdie Roltra trat, demselben zu t^reneine Rede hielt und dessen Lob bestensheraus strich. Einige geben zum An-fanget davon den P. Valer. Poplicolaman, der den in der Schlacht wider dieTarquinios gebliebenen krutum, alsseinen College» im Bürgermeister.Amke,öffentlich mit einer Lob-Rede paremirtea) Ob er aber doch eben der erste gc.Wesen, weiß man so genau nicht b),wenigstens aber thaten es ihm hernachandere fleißig nach, und zwar erwiessolchen Ehren-Dienst dem Verstorbenentngemein ein naher Anverwandter c),z. E dem Vater der Sohn d) ; oder demSohn der Vater e); oder, da kein Der-wandtet geschickt oder auch da war. dochsonst ein angesehener beredter Mann,auch wohl selbst ein Bürgermeister k).Welche Ehre denn auch so gar vornch-men Frauen wiederfuhr, und zwar, wieCicero selbst meynet, zuerst der Popil-ii* g); jedoch aber auch allein nur al-ten Matronen, bis solche Ehre lui, C*-sar auch seiner Gemahlin erwies, die dochjung verstarb h); bis endlich dergleichenfast allenFraucn wiederfuhr i). Indessenfolgere noch eine andere Lob-Rede auchdaheim bey dem Trauer-Essen ; derglei-chen auch bey den Athenicnsern Modewar; allein weil bey solchen ingemeingrosse Dinge zum Lobe der Verstorbenenvorgegeben wurden, die zum wenigsten,oder auch oft gar nicht wahr waren,kam es damit zum Sprich - Wort: c>'»(ira<v»0M>)S »T e» trt^lAtnu k) , weil die-ses Loben so viel hieß, als lauter Un-wahrheiten von einem vorbringen.

a) Plucirch, Poplic. c. s.

b) Dion. Halic. lib. V. c. 3.

c) Poiyb. lib- VI. c. st.

d) Sueton. Tiber. c. 6.

e) Plutarch. Fab. Max. c. s.

f) Plin. lib. II. Epiß. r.

g) Cic. de Orat. lib. II.

h) Plutarch, Cas. c. s.

i) Faes ad Gyrald. de Var. Sepel. rit.c. 6. p. 744 -

k) Diogenian. ap. eutnd. I. c.

LAV DATORES waren inge-

mein angesehene vornehme Männer, wel-che