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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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1131-1132
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Kopf-Bändern thun a); Crurales, wel-ches lange wollene oder leinene Bindenwaren, womit die Römer die Deine um-wunden und dergleichen an stat unsererStrümpfe sich bedienetenb); jedoch thatsolches doch auch nicht leicht iemand,als der kranck, oder sonst sehr delicatwar c), zumahl, wenn sie dieselben nochwohl darzu mit Kreide weiß machen lies-sen d); Mamillares, womit das Frauen-zimmcr die Brüste umwund und einhielte); Medicinales, womit man schaden,und dergleichen verband f); Pedules,von Wolle oder Filtze, womitsic sich dieFüsse umwunden, wie mit den Crurali-bus die Beine g); Pueriles, womit dieKinder in den Wiegen eingewickelt wor-den h), welche bald weiß, bald von Pur-pur waren ij; in veßibus waren Borten,womit diese verbrämet wurden, derglei-chen Frauenzimmer und Knaben tru-gen k).

a) Iuuenal. Sät. VI. v. 493.

b) Mag. Var. Leil. ap. Pitisc. b. t.

c) Horat. lib. II. Sät. 3. v. 247.

d) Cic. Att. lib. II. Epifl. 3.

e) Isidor. lib. XVIIH. cap. 33. Ouid.Rein. Amor. v. 337. Martial. lib.XIIII Epigr. 134.

f ) Cic. Brüt. c. 60.

g) VIp. 1 .23. §. fajciaff. de aur. & arg.Lamprid. Alex. Sev. c. 40.

h) Plaut. Truc. Aci. V. v. /3.

i) Capitolin. Clod. Alb. c.3. Salmas.ad Vopi/c. Aurelian. c. 4.

k) Suet. Calig. c. 17. <fcs ad eum Ca-saub. I. c.

FASClNVMfflar, nach der AltenAberglauben, wenn erwas sonderlichdurch ein ireidisches Ansehen bezaubertwurde, daß es verderben muste. Undweil dergleichen vornehmlich kleinen Kin-dern feste wiederfahren können, hicngman ihnen das Bild eines männlichenGlieds von Silber an den Hals, wel-ches als ein Amuletum dafür helfensolte o); oder verheelete, was mannichtWolke bezaubert haben, so gut man ton-te; oder stellete es wenigstens verdächti-gen Leuten nicht vor die Augen b); oderlitte selbst woran einigen Schaden, weilman glaubeke, daß sodenn die Götterdamit zu frieden waren, und das übrige

desto besser behüteten, wie Polycratesdeswegen einen kostbaren Ring in dasMeer warf, welcher aber dochnichtver-hinderte, daß er nicht noch endlich wäregecreutziget worden c). Sonst glaubekeman, daß junge und zarte Dinge aucheher bezaubert werden könten, alSgrvss«und erwachsene d); wofür man dennauch der Kinder halber die Caninam,eine besondere Göttin, verehreie e),überhaupt aber sonst den Fascinum, alsebenfalls einen besondern Gort f); sonstsich selbst dreymahl in den Schooß spie«he, als welches auch wider alles Bezau-bern helfen solte g); oder man stelleteallerhand närrische Dinge vor etwas,als Satyros und dergleichen, weil manglaubeke, daß böse Leute durch deren Er-blickung irre gemacht, und von ihrenschelmischen Absichten abgebracht wür-den h). Heut zu Tage sind dergleichentolle Meynungen gnug auch noch unterdem gemeinen Volcke im Schwange.

a) Varr .deL.L. lib.VI. Horat. Epod.VIII. v. 18. & ad eum Porphyriol. c.

b) Catuli. Carm. V. v. p.

c) Herodot. lib. III. p.m. 174.

d) Virg. Eclog. III. v. J03.

e) Lactant, lib. I. c. 20.

f) Plin. H. N. lib. XVIIII. c. 4.

g) Theocr. Idyll. VI. v. 3Q. Gyrald.'Var. Crit. Dial. 7. VolL Etymol.in Fascinum.

h) Plutarch. ap. Pitisc. b. t.

F A S C I N V S ein vermcynter Gottder Alten, welcher alle Bezauberunq ab-wenden solle. s. Lex. Mytbol. in Fasci-nus.

FASTI waren zu Rom besonderemarmorne Tafeln, auf denen theils dieNahmen der Bürgermeister und derTriumphatorum a j, theils aber auch dieFeste, fasti und nefasti dies, Spiele linddergleichen verzeichnet waren. Erstereshiessen sie die Faßt maiores, die aberdoch eigentlich keine Fasti waren; dieandern aber Fafli minores , und wareneigentlich ein Römischer Calender b)-Es hielten aber diese die Pontifices bisA. V. 550 sehr geheim , und machtendem Volcke daraus nur durch Ausrüsten

bekannt, was sie wolten, daß es wisse»

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