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Zweiter Brief. 7.
Deine l. Mutter ist dir dann von der Seiteweggenommen, und ist nur einige Tage vor-hin gegangen, zumHErrn, woselbst wir siewieder zu finden hoffen.
Der HErr dein GOtt, der nimmermehrstirbt, will wohl selbst dein treuer Pflegvater,deine l. Mutter, dein Rath in allen Dingen,dein Regirer, deine Gesellschaft und beständi-ger Trost seyn, im Leben und im Sterben.
Dein Wille sey diesem deinem himmlischenVater ganz unterworfen; deine Liebe zu ihmsey kindlich, wie seine Liebe zu dir mehr alsmütterlich ist und werden wird. Dein Herzhat er sich, so wie es ist, zum Eigenthum er-kauft und erkoren; das will er ihm selbst rei-nigen und zübereiten, und in dem Innerstendesselben heimlich bei dir wohnen, und dichnimmermehr verlaßen: denk, welche Gnade!wofür dein Ganzes sich beugen und anbethenmuß. Er selbst wird es dir eindrücken, wieso abgeschieden, wie geschmeidig, wie einfäl-tig, wie sanft und stille er dieses dein Herzund Innerstes vor seinen Augen haben undauch machen will.
Weil denn nun dein Gott und all deinGut wirklich bei dir drinnen ist, und in demKämmerlein deines Herzens aus dich wartet;so gehe nicht gern zu lange und zu weit hinaus,sondern kehre dich öfters zu ihm kindlich hin-ein, wenns gleich nur auf einen Augenblickseyn sollte.
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