2?r Geistliche Briefe.
Handlung mit dir, ist, daß er dich will arm,klein und nichts machen, damit er möge allesjn dir werden. Das versteht unsere Eigen-liebe unrecht, und meynt, klein machen seyso viel als kleinmürbig machen. Lies einstVas 68te Lied im Blumengärrletn.
Uebrigens, liebe Schwester, kann ich,nach stiller Prüfung vor GOtt, nicht sehen,daß du so große Ursache hast , dich zu beun-ruhigen ; gefetzt auch, daß dick deine Kränk-lichkeiten allgemach zu vieler Trägheit oderZärtlichkeit in der Gebethsübung möchtenveranlaßet haben; denn nach deinem Grund-ssnn und Stande bist du ja noch eben die-selbe. Du willst ganz für GOtt seyn; duwillst dich gern dabei wagen. Jn diesemdeinem GOtt, dem Migenugsamen, demSeligen, dem Unveränderlichen, und in sei-nem Dienst, in seiner Anbethung, Liebe undVereinigAng stehest und suchest du allein deininniges und ewiges Wohlseyn. Daß duarm und elend bist, hindert nichts; das hatGOtt lange gewußt, und dennoch hat ersich deiner angenommen, und also ange-nommen: so überlaß' dich dann auch fer-ner seiner treuen Hand und Leitung, mitkindlich geschlossenen Augen; Er wirds wohlmachen.
Ich vergesse deiner eben so wenig; denkedoch nicht so albern: doch, da du so när-risch
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